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Kreis Soest. „Positiv zusammen leben. Aber sicher“ lautet auch in diesem Jahr die Solidaritäts- und Antidiskriminierungskampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember, der gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) und der Deutschen Aids-Stiftung (DAS) durchgeführt wird. Rund um den 1. Dezember haben die heimische Aids-Hilfe und die Aids-Beratung des Kreises Soest viele Aktionen vorbereitet.

Unter dem Motto „Lebenslust in vollen Zügen“ führen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Freitag, 30. November 2012, ab 8 Uhr Gespräche mit Reisenden im Regionalzug der Linie RB 89 auf der Strecke Hamm-Soest-Lippstadt-Paderborn-Warburg und verteilen rund 900 Informationstütchen.

Aids-Hilfe und Aids-Beratung des Kreises sind am Samstag, 30. November, und Samstag, 1. Dezember, mit einem Info-Stand im Aktionshaus auf dem Soester Weihnachtsmarkt jeweils von 11 bis 20 Uhr präsent (das Aktionshäuschen befindet sich vor der Engel-Apotheke auf dem Marktplatz). Unterstützt durch bekannte Soester Bürger aus Kirche und Politik sowie einige Jugendliche werden an beiden Tagen auch wieder Spenden für die vielfältigen Aufgaben der Aids-Hilfe gesammelt. Dr. Ulrike Gilhaus, stellvertretende Landrätin, die Bördekönigin und das Jägerken von Soest haben ihre Unterstützung ebenfalls zugesagt.

Am Samstag, 1. Dezember, klären geschulte Schülerinnen und Schüler (11. bis 13. Jahrgangsstufe) beim Tag der offenen Tür im Soester Börde-Berufskolleg an Informationsständen im Foyer zu HIV auf. Sie wollen mit kleinen Mitmachaktionen mit den Besuchern und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ins Gespräch kommen und auf den Welt-Aids-Tag aufmerksam machen.

Der 1. Dezember wurde 1987 von den vereinten Nationen zum Welt-Aids-Tag ausgerufen. Er soll seitdem jedes Jahr erneut ins Bewusstsein rufen, dass die Krankheit unter uns ist. Im Laufe der Zeit wurden dem Gesundheitsamt des Kreises Soest und der Aids-Hilfe im Kreis Soest 293 HIV-Infizierte bekannt. Von diesen sind bereits mindestens 67 Menschen an der Krankheit verstorben. 12 Personen nahmen in diesem Jahr erstmals Kontakt zu den beiden Beratungsstellen im Kreisgebiet auf. In Deutschland leben rund 78.000 Menschen mit HIV und Aids. Es wird geschätzt, dass 50.000 von Ihnen eine HIV-Therapie erhalten und etwa 14.000 Betroffene noch nichts von ihrer Infektion wissen. Seit Beginn der Epidemie sind etwa 27.000 Menschen mit HIV/Aids gestorben. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es in diesem Jahr einen leichten Anstieg bei einer insgesamt weitgehend stabilen Situation. Bundesweit haben sich 2012 wahrscheinlich rund 3.400 Menschen neu mit dem Virus infiziert (2011: 3.300). Rund 550 Betroffene sind laut RKI 2012 verstorben.

Die Zahlen belegen, dass Prävention bei allen Gesellschaftsgruppen unverändert wichtig ist. Einen Grund zur Entwarnung gibt es nicht“, erklärt Hildegard Wahle, Sozialarbeiterin der Aids-Hilfe im Kreis Soest. „Es ist wichtig, nach einer Risikosituation nach drei Monaten sich auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen zu lassen, um im Falle einer Infektion frühzeitig mit der Behandlung beginnen zu können“, betont Karola Born, Aids-Koordinatorin des Gesundheitsamtes.

Dort besteht die Möglichkeit, folgende sexuell übertragbare Infektionen abzuklären: HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper). Die Testungen sind anonym und kostenlos beim Gesundheitsamt des Kreises möglich. Die Beratungsstelle „Aids und sexuell übertragbare Infektionen“ beim Gesundheitsamt des Kreises bietet dienstags von 10 bis 12.30 Uhr und donnerstags vom 14 bis 17 Uhr Beratung und anonyme Testungen an. Telefonisch ist Aids-Koordinatorin Karola Born unter der Telefonnummer 02921/302152 erreichbar (E Mail karola.born@kreis-soest.de). Auch im Gesundheitsamt in Lippstadt, Lipperoder Str. 8a, besteht dieses Angebot dienstags und mittwochs von 8.30 bis 12 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr jeweils nach telefonischer Vereinbarung unter 02921/303562.

Die Sprechstunden der Aids-Hilfe im Kreis Soest sind montags von 16 bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs jeweils von 9 bis 12 Uhr in der Beratungsstelle in Soest und donnerstags von 14 bis 16 Uhr nach Vereinbarung in der Geschäftsstelle des Paritätischen in Lippstadt, Bökenförder Straße 39. Telefonisch ist die Aids-Hilfe unter der Nummer 02921/2888 erreichbar (E-Mail info@aids-hilfe-soest.de.