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Kreis Soest. Landrätin Eva Irrgang hat den Ehrenamtspreis 2012 des Kreises Soest während einer Feierstunde am Montag [03. Dezember 2012] im Kreishaus an vier Preisträgerinnen und Preisträger übergeben, die sich ehrenamtlich als Retter und Helfer engagieren.

Ausgezeichnet wurden Margarete Frohwein, Wickede (Ruhr), Ralf Wischnewski, Bad Sassendorf, Stephan Köchling, Erwitte, und Georg Ptacek, Wickede (Ruhr). Der fünfte Preisträger, Klaus Vielberg, Ense, war verhindert. Seine Ehrung wird nachgeholt.

Der Ehrenamtspreis, der in diesem Jahr unter dem Thema „Retten und Helfen“ stand, ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert, die auf die fünf Preisträger aufgeteilt werden. 1.000 Euro stammen aus dem Etat der Landrätin, weitere 1.000 Euro steuert die Stiftung Rotary Erwitte-Hellweg bei, die bei der Feierstunde vertreten wurde durch Rotary-Präsident Erich Henkenjohann. Die Entscheidung der Jury, die sich aus Landrätin Eva Irrgang sowie den Journalisten Ruth Heinemann (Hellweg-Radio), Heyke Köppelmann (Soester Anzeiger), Thomas Felder (Der Patriot) und Hans Albert Limbrock (Westfalenpost) zusammensetzte, war einstimmig ausgefallen. Insgesamt hatte sie 13 Vorschläge zu bewerten.

Landrätin Eva Irrgang würdigte ausführlich das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger. Ehrenamt bedeute gelebte Solidarität, aber auch Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die Mitmenschen. Dieser Verantwortung stellten sich die Preisträgerinnen und Preisträger, betonte die Verwaltungschefin. Sie seien damit Vorbild und ermutigten ihre Mitmenschen, auch etwas zu bewegen.

Landrätin Eva Irrgang (2. v. r.) und Erich Henkenjohann (2. v. l.), Präsident Rotary Erwitte-Hellweg, mit den Ehrenamtspreisträgern Ralf Wischnewski (l.), Margarete Frohwein (3. v. l.), Stephan Köchling (3. v. r) und Georg Ptacek (r.). Der fünfte Preisträger, Klaus Vielberg, war verhindert. Seine Ehrung wird nachgeholt. Foto: Thomas Weinstock/Pressestelle Kreis Soest

Margarete Frohwein (74) engagiert sich seit über 50 Jahren für das Deutsche Rote Kreuz in Wickede. Es sei seit ihrem Eintritt 1960 ihr Lebensmittepunkt, formulierte die Landrätin. Frau Irrgang stellte beispielhaft ihre Tätigkeit als Helferin auf Sport-veranstaltungen oder als ausgebildete Hauspflegehelferin ebenso heraus, wie ihre ehrenamtliche Arbeit für die Blutspendetermine. Sie erinnerte auch an einen Einsatz bei einem Jahrhundert-Hochwasser im münsterländischen Nottuln in den 1990er Jahren. Mit diesem Lebenswerk habe Margarete Frohwein sich den Ehrenamtspreis verdient, betonte die Landrätin, und überreichte ihr den Preis „stellvertretend für alle, die sich im DRK engagieren“.

Ralf Wischnewski (50), hauptamtlich für die Johanniter-Unfall-Hilfe im Kreis Soest als Ausbilder tätig, ist ehrenamtlich als Helfer in vielen Notfallsituationen im Soester Süden in Erscheinung getreten. Er unterstützt selbstlos Bedürftige in jeder Hinsicht und engagiert sich generationsübergreifend. Die Landrätin verwies in ihrer Laudatio auf die Abwicklung von Behördenangelegenheiten, Unterstützung bei Arztbesuchen und Aufklärungsarbeit bei Krankheiten. „Die Menschen kommen mit allen Lebenslagen und Problemen zu Ralf Wischnewski“, brachte es die Landrätin auf den Punkt. Er habe Empathie, Verständnis für andere Lebensgeschichten und überhaupt keine Vorurteile, beschrieb Frau Irrgang das „Geheimnis des Erfolgs“ und der „hohen Akzeptanz“ von Ralf Wischnewski.

Der stellvertretende Erwitter Wehrführer Stephan Köchling (42) machte sich neben seinem umfangreichen Engagement für die Feuerwehr im Polizeiprojekt CRASH KURS NRW einen Namen, an dem sich seit 2011 auch die Kreispolizei Soest beteiligt. Dort berichtet er authentisch an Schulen über schwere Verkehrsunfälle, um die Fahranfänger zu sensibilisieren. Die Initialzündung für die Veranstaltungen im Kreis Soest war ein Unfall im November 2010 auf der B 1 zwischen Erwitte und Geseke, den ein jugendlicher Verkehrsteilnehmer auslöste. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Stephan Köchling war an dem Einsatz beteiligt und kann jetzt Jugendlichen seine traurigen Erlebnisse schildern. Er tue das „mit Herzblut“, bescheinigte ihm Landrätin Irrgang.

Seit 1969 in der Feuerwehr Wickede aktiv ist der stellvertretende Kreisbrandmeister Georg Ptacek (56). Er ist seit 1991 dort der Chef der Brandschützerinnen und Brandschützer und damit der mittlerweile am längsten amtierende Wehrführer im Kreisgebiet. Landrätin Eva Irrgang ließ seine Bilderbuchkarriere seit der Jugendfeuerwehr Revue passieren und betonte, diese gehe weit über den normalen Feuerwehrdienst hinaus. Die Landrätin stellte Ptaceks Einsatz für die Ausbildung, die Modernisierung der Gerätehäuser, die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen, die Prävention und Aufklärung und die Notfallseelsorge heraus. Auch am guten Kontakt auf Feuerwehrebene zu Wickedes Partnergemeinde Jemielnica im polnischen Partnerkreis Strzelce Opolskie sei er maßgeblich beteiligt.

2013 steht der Ehrenamtspreis unter dem Motto „Dialog der Religionen und Kulturen“. Dann hofft die Jury vor allem auf Vorschläge rund um das interkulturelle und interreligiöse Engagement im Kreis mit einem Wirken über die Kreisgrenzen hinaus.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest