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Kreis Soest. Der Minijob ist eine beliebte Möglichkeit, das eigene Einkommen aufzustocken oder zum Beispiel nach einer Erziehungszeit in den Beruf zurückzukehren. Seit dem 1. Januar 2013 gelten neue gesetzliche Regelungen rund um den Minijob. Über diese Veränderungen informierte am vergangenen Mittwoch das Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungstelle der Stadt Werl bei einer Veranstaltung in der VHS Werl.

Über 35 Frauen und Männer nutzten die Gelegenheit, um sich über ihre Rechte und Pflichten als Minijobber und die Auswirkungen des Minijob auf das Arbeitslosengeld II zu erkundigen. Andreas Raßmann von der Deutschen Rentenversicherung erläuterte ihnen die Vorteile der geringfügigen Beschäftigung auf die spätere Rente. „Neben der Erhöhung der eigentlichen Rente können mit einem Minijob auch Ansprüche zum Beispiel für Leistungen zur Rehabilitation, ein früherer Rentenbeginn und die Zugangsvoraussetzung für die „Riester“-Förderung erworben werden“, so Raßmann. „Für diese Leistungen ist es aber wichtig, rentenversicherungspflichtig beschäftigt zu sein. Denn wer sich hiervon befreien lässt – dies ist seit Januar möglich – kann nicht von diesen Vorteilen profitieren. Dabei gilt, einmal befreit immer befreit. Eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich.

Seit dem 1.Januar 2013 gelten neue Gesetze für den Minijob. Claudia Sterthoff (Kompetenzzentrum Frau und Beruf, v.l.), Ulrike Varnholt (Jobcenter), Andreas Raßmann (Deutsche Rentenversicherung), Thorsten Feldmann (Jobcenter) und Beate Meyer (Gleichstellungstelle Werl) informierten über die Änderungen und ihre Folgen. Foto: Jobcenter AHA

Seit dem 1.Januar 2013 gelten neue Gesetze für den Minijob. Claudia Sterthoff (Kompetenzzentrum Frau und Beruf, v.l.), Ulrike Varnholt (Jobcenter), Andreas Raßmann (Deutsche Rentenversicherung), Thorsten Feldmann (Jobcenter) und Beate Meyer (Gleichstellungstelle Werl) informierten über die Änderungen und ihre Folgen. Foto: Jobcenter AHA

Vor allzu schnellem Handeln warnte auch Claudia Sterthoff vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf. „Minijobber haben Rechte und auch Pflichten. Sie unterscheiden sich demnach nicht von anderen Arbeitnehmern“, erklärt sie den interessierten Zuhörern. „So stehen jedem Minijobber Urlaub, die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bestimmte Kündigungsfristen zu. Umgekehrt müssen sich die geringfügigen Beschäftigten aber auch an gesetzliche Vorgaben halten.“ Viele Unsicherheiten können schon im Vorfeld durch einen Arbeitsvertrag geregelt werden, der jedem Minijobber zusteht.

Anhand von konkreten Beispielen erläuterte Thorsten Feldmann, Teamleiter des Jobcenters in Werl, die Anrechnung des Minijobs auf das Arbeitslosengeld II. „Vor allem die Freibeträge und Pauschalen wirken sich positiv auf das gesamte Einkommen aus“, berichtete Feldmann. „Unter dem Strich hat ein Leistungsbezieher mit einem Minijob mehr Geld zur Verfügung als eine Person ohne Nebenverdienst. Wenn man zudem noch die Vorteile bei der Rentenversicherung sieht, bietet der Minijob echte Vorteile. Dabei sollte er aber immer nur als Einstieg in den Arbeitsmarkt gesehen werden. Denn dauerhaft muss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung das Ziel sein.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest