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Kreis Soest. Wie viele Eltern wollen U3-Betreuung? Eine Befragung des Deutschen Jugendinstituts (TU Dortmund) und des Instituts für soziale Arbeit e. V. speziell für den Bezirk des Kreisjugendamts hat überraschende Antworten geliefert. Unabhängig von der aktuellen Betreuungssituation wollen 19 Prozent der befragten Eltern eine Betreuung für unter Einjährige, 47 Prozent für Einjährige und 82 Prozent für Zweijährige. Insgesamt ergibt sich ein Betreuungswunsch für unter Dreijährige von 49 Prozent.

Die beteiligten Wissenschaftler sind bei ihrer Untersuchung davon ausgegangen, dass der Wunsch nach einer Betreuung nicht eins zu eins mit dem Bedarf gleichzusetzen ist. Deshalb haben sie die Werte noch einmal in eine Formel eingegeben. Der so ermittelte Betreuungsbedarf liegt im Kreisjugendamtsbezirk Soest für die unter Einjährigen bei 15 Prozent, für die Einjährigen bei 37 Prozent und für die Zweijährigen bei 68 Prozent. Für die unter Dreijährigen ergibt sich zusammen ein Betreuungsbedarf von 40 Prozent.

Für die Altersgruppe der unter Einjährigen gilt der Rechtsanspruch ab August 2013 jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. So müssen beide Elternteile bzw. ein alleinerziehender Elternteil erwerbstätig sein oder sich in Ausbildung befinden. Berücksichtigt man diese Einschränkung, ergibt sich für den Kreisjugendamtsbezirk Soest insgesamt ein Betreuungsbedarf von 37 Prozent. Das Land NRW hat eine Betreuungsquote von 32 Prozent der unter drei Jahre alten Kinder vorgesehen. Die bis vom Jugendhilfeausschuss beschlossene Ausbauplanung sieht eine Quote von 31 Prozent als Zielvorgabe vor.

Die Umsetzung wird dadurch erschwert, dass der Betreuungsbedarf in den Kommunen stark variiert und zwischen 31 und 42 Prozent liegt. Es ergibt sich im Einzelnen folgendes Bild: Anröchte 37 Prozent, Bad Sassendorf 42 Prozent, Ense 35 Prozent, Erwitte 40 Prozent, Geseke Innenstadt 36 Prozent, Geseke Ortsteile 32 Prozent, Lippetal 37 Prozent, Möhnesee 36 Prozent, Rüthen 42 Prozent, Welver 39 Prozent, Werl Innenstadt 34 Prozent, Werl Ortsteile 35 Prozent, Wickede/Ruhr 31 Prozent.

Der Bedarf stellt sich ist auch hinsichtlich des Umfangs der Betreuung (25, 35 oder 45 Stunden) höchst unterschiedlich dar. So wünscht sich mit 32 Prozent eine knappe Mehrheit mehr als 20 bzw. bis zu 30 Stunden in der Woche. Der Wunsch auf bis zu 20 Stunden liegt zwischen 28 und 47 Prozent. Der überwiegende Anteil der Eltern wünscht sich eine Übermittagsbetreuung und eine Ferienbetreuung.

3.747 weniger als drei Jahre alte Kinder lebten zum Zeitpunkt der Erhebung (16. April bis zum 11. Mai 2012) im Einzugsgebiet des Kreisjugendamtes, davon sind 3.592 Kinder (96 Prozent) angeschrieben worden. Die Rücklaufquote der versandten Fragebogen war mit 56 Prozent außergewöhnlich hoch. Der Jugendhilfeausschuss hatte den Auftrag zu der Erhebung am 26. September 2011 erteilt. Erst kurz vor seiner Sitzung am Dienstag, 18. September 2012, lag die Auswertung vor.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest