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Kreis Soest. Der herkunftssprachliche Unterricht (früher bekannt als mutter-sprachlicher Unterricht) ist ein freiwilliges Angebot für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien mit dem Ziel, ihnen die Sprache ihres Heimatlandes zu vermitteln. Eine neue, in mehreren Sprachen aufgelegte Broschüre, informiert über Unterricht in der Muttersprache im Kreis Soest.

Trotz seiner großen Bedeutung nimmt die Öffentlichkeit das Angebot oft nicht war. Diese Erfahrung haben die Schulaufsicht, die Lehrkräfte für herkunftssprachlichen Unterricht und das Integrationsteam für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte der Kreisverwaltung Soest gemacht. Deshalb haben sie mit Unterstützung des Minis-teriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW gemeinsam die neue Infor-mationsbroschüre aufgelegt.

Allein im Kreis Soest erteilen zehn Lehrkräfte in sieben verschiedenen Sprachen (Griechisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch) herkunftssprachlichen Unterricht. „Viele Institutionen wissen davon nicht und Migran-tinnen und Migranten erfahren häufig nur zufällig von der Möglichkeit, dass ihre Kinder ihre Heimatsprache in der Schule lernen können“, stellt Schulamtsdirektorin Marion Offergeld die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit in diesem Zusammenhang heraus. Sie ist zuständig für die Organisation und die Koordination des Unterrichtes im Kreisgebiet.

Bei einem Treffen der Lehrkräfte für herkunftssprachlichen Unterricht im Soester Kreishaus wurde die neue Broschüre vorgestellt. Foto: Thomas Weinstock/Pressestelle Kreis Soest

Das Angebot soll zwei wichtige Funktionen erfüllen. Zum einen wird die Mehrsprachig-keit der Migrantinnen und Migranten bewahrt, die in einer globalisierten Welt ein wichtiger kultureller Reichtum unserer Gesellschaft ist. Zum anderen unterstützt der Unterricht die Identitätsentwicklung der Heranwachsenden. „Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien wachsen häufig in zwei unterschiedlichen Kulturen auf und stehen vor der Herausforderung, aus zwei Lebenswelten ihre eigene Identität zu schaffen“, weiß Linda Becker vom Integrationsteam für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. „Dabei ist sowohl die deutsche Sprache als auch die Sprache des Herkunftslandes von großer Bedeutung, denn durch sie nimmt ein Mensch Kontakt mit seinem Umfeld auf und tauscht Gedanken und Gefühle mit anderen aus.

Die Broschüre gibt wichtige Informationen über die Organisation des Unterrichtes, die Anmeldemöglichkeiten sowie die Kontaktdaten der herkunftssprachlichen Lehrer. Sie wurde in alle Sprachen übersetzt, in denen momentan im Kreis Soest herkunfts-sprachlicher Unterricht angeboten wird und steht im Netz unter www.zuhause-im-kreis-soest.de in allen Versionen zum Download bereit (auf Bildung und Erziehung, Schule und dann Herkunftssprachlicher Unterricht klicken). Weitere Informationen bei Schul-amtsdirektorin Marion Offergeld, Telefon 02921/302463, sowie bei Linda Becker, Telefon 02921/302488, und Galina Nedelcheva, Telefon 02921/302445, vom Integrationsteam für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest