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Kreis Soest. Das Thema Hochwasserschutz und Renaturierung ist dem Kreis Soest auch weiterhin wichtig. Im Rahmen des LIFE–Projektes Möhne laufen Planungen für Baumaßnahmen an der Möhne bei Rüthen-Heidberg im Bereich des alten Natolagers. Wie auch bei den im Frühjahr 2012 ausgeführten Wasserbaumaßnahmen, wird die Renaturierung auch eine Verbesserung des Hochwasserschutzes erzielen.

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen ersten Bauabschnitt, soll nun auch die Möhne im Bereich des alten Natolagers umgestaltet werden. Diese Maßnahme ermöglicht gleichzeitig die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Diese fordert bis 2015 einen guten ökologischen sowie chemischen Zustand der Gewässer“, erläutert Philipp Büngeler, im Sachgebiet Wasserwirtschaft der Kreisverwaltung Soest zuständig für die Planung.

Die Baumaßnahme im Bereich Rüthen umfasst die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, die ökologische Verbesserung des Gewässers und dadurch die Schaffung von Retentionsraum. Retentionsräume sind die an den Flüssen seitlich gelegenen Flächen, auf denen sich bei Hochwasser, das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Damit wird für die Unterlieger am Gewässer, der Hochwasserabfluss verzögert und die Wasserstände werden verringert.

Neben dieser positiven Wirkung auf das Hochwasser sind Retentionsräume notwendige Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und am Gewässer. Es bilden sich neue Auen. Gleichzeitig tragen sie damit auch zum Bodenschutz bei und liefern einen Beitrag zur Grundwasseranreicherung.

In der Vergangenheit ging nach und nach ein großer Teil der Auen verloren, weil vielfach in den Tälern hineingebaut und / oder bewirtschaftet wurde. Negativ haben sich aber auch Gewässerausbaumaßnahmen, insbesondere Gewässerbegradigungen, ausgewirkt. Folge dieser Entwicklung war die zunehmende Verschärfung der Hochwässer für die sogenannten Unterlieger, also die bachabwärts gelegen Gebiete.

Mit der geplanten Ausführung wird der Kreis Soest in den nächsten Tagen beginnen“, so der Bauingenieur. „Bei den Baggerarbeiten kann es zu Gewässertrübungen in der Möhne im Bereich Rüthen kommen. Die Trübungen sind aber nicht schädlich, da es nur kleinste Bodenteilchen sind, die im Wasser treiben.“ Die Bauarbeiten wird die Firma TW Erdbau GmbH & Co.KG aus Arnsberg ausführen. Die Bauleitung erfolgt durch den Kreis Soest. Interessierte Bürger sowie Anlieger können sich beim Sach- gebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest unter der Telefonnummer 02921-302212 (Herr Büngeler) informieren.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest