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Kreis Soest (kso). Die Recherchen nach der Quelle des Legionellenausbruchs in Warstein laufen auf Hochtouren. In Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn wurden am Mittwoch [21. August 2013] Proben in klimatechnischen Anlagen (Rückkühlwerke) genommen, sieben weitere folgten am Donnerstag [22. August 2013]. Parallel laufen intensive Recherchen, ob es vor Ort weitere Installationen gibt, die in Frage kommen. Dazu werden hoch aufgelöste Luftbilder ausgewertet.

Klarheit über einen Legionellenbefall gibt es allerdings frühestens nach jeweils fünf Tagen. So lange nehmen die Laboruntersuchungen in Anspruch. Der Kreis weist in diesem Zusammenhang zum wiederholten Male darauf hin, dass nicht normale Klimaanlagen sondern Rückkühlwerke im Fokus stehen. So haben die Experten des Bonner Uni-Institutes Geräte der Lebensmittelgeschäfte in der Warsteiner Stadtmitte ausgeschlossen, die eine andere Technik aufweisen.

Weder von der Dimension noch von der Technik her sind Rückkühlwerke mit herkömmlichen Klimaanlagen vergleichbar. Foto: Rüdiger Große/Kreis Soest

Weder von der Dimension noch von der Technik her sind Rückkühlwerke mit herkömmlichen Klimaanlagen vergleichbar. Foto: Rüdiger Große/Kreis Soest

Rückkühlwerke werden immer dort eingesetzt, wo (große) Wärmemengen effizient an die Umwelt abgegeben werden müssen. So sind sie in größere Anlagen zur Kälteerzeugung, wie Klimaanlagen oder industrielle Kühlsysteme, eingebunden und dienen zur Abgabe nicht weiter verwertbarer Wärme. Bei der Planung und Ausführung müssen Rückkühlwerke aus Hygiene-Gründen besonders beachtet werden, da sich im Umlaufwasser Mikroorganismen und eben auch Legionellen gut vermehren können. Schlecht gewartete Systeme können also die Bakterien mit der wasserdampfgesättigten und warmen Austrittsluft verbreiten. Diese mögliche Quelle soll möglichst schnell „ausgetrocknet“ werden, um weitere Neuerkrankungen zu vermeiden.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest