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Kreis Soest (kso.2013.04.09.163.mm). Zu den Gesetzesregelungen, die zum 1. April in Kraft getreten sind, gehört für Nordrhein-Westfalen die Bestimmung, dass Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern auszustatten sind. Eigentümer bestehender Wohnungen und Häuser haben noch bis zum 31. Dezember 2016 eine Schonfrist. Erst dann müssen auch dort die Rauchmelder angebracht sein. Die Feuerwehren im Kreis Soest geben einige Tipps und Hinweise zur neuen Gesetzespflicht, die vor allem Menschenleben retten soll.

Seit dem 1. April besteht in Nordrhein-Westfalen die Gesetzespflicht, Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern und damit mit kleinen Lebensrettern auszustatten. Foto: Michael Menke/Freiwillige Feuerwehr Geseke

Seit dem 1. April besteht in Nordrhein-Westfalen die Gesetzespflicht, Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern und damit mit kleinen Lebensrettern auszustatten. Foto: Michael Menke/Freiwillige Feuerwehr Geseke

Jährlich sterben in Deutschland rund 500 Menschen bei Bränden. Nicht nur durch Feuer, sondern auch durch giftige Rauchgase, welche bei jedem Brand entstehen. Nur die wenigsten Haushalte schützen sich mit Rauchmeldern. Die Gründe für Brände sind jedoch vielfältig. Elektrische Geräte, vergessene Herdplatten oder entzündete Kerzen und auch technische Defekte von elektrischen Geräten sind nur wenige Möglichkeiten, wie es zu einem Brand kommen kann.

Zwei Umstände machen Brände so gefährlich: der Rauch, der bei einem Brand entsteht, und der Faktor Zeit. Feuerwehr-Pressesprecher Michael Menke, Geseke: „Die meisten Opfer sterben nicht in den Flammen, sondern durch Rauchgase. Rauchgase, wie Kohlenmonoxid und andere giftige Gase, entstehen bei einem Brand und lassen die Opfer ersticken. In dem Fall läuft die Uhr gegen die Bewohner, denn ein Feuer breitet sich mit unglaublicher Geschwindigkeit aus. Nur wenige Minuten bleiben, um sich in Sicherheit zu bringen. Gerade nachts, wenn die Menschen schlafen. Der Mensch schaltet im Schlaf auch seinen Geruchssinn weitestgehend ab.“

Die Installation von Rauchmeldern bietet jedoch einen zuverlässigen Schutz. „Und diesen auch nachts. So können Rauchmelder als Lebensretter angesehen werden“, betont Kreisbrandmeister Thomas Wienecke, der die Gesetzesinitiative des Landes NRW sehr begrüßt. „Die Geräte nehmen eine Rauchentwicklung im Anfangsstadium wahr und schlagen, mit Hilfe eines durchdringenden Signal-Tons, Alarm. Gerade während des Schlafes ist der Faktor Zeit ein wesentlicher Vorteil. Dabei muss nicht zwingend jeder Raum mit einem Rauchmelder ausgestattet sein.“

Als Minimal-Schutz sollten in Wohnungen und Häusern unbedingt in den Fluren und Schlafräumen sowie in jedem Geschoss des Hauses jeweils ein Rauchmelder installiert werden. Rauchmelder sind im Elektrofachhandel, bei Sicherheitsunternehmen oderbei Brandschutzfirmen erhältlich. Als Qualitätszeichen sollten die Rauchmelder ein VdS-Prüfzeichen oder das neue Qualitätszeichen „Q“ besitzen. Diese Rauchmelder geben, ebenso wie bei einer Rauchentwicklung, einen Warnton bei geringer Batterieleistung. Außerdem sind die Melder mit einem Knopf zur Funktionsüberprüfung versehen. Möglicher Rauch kann von allen Seiten gut in den Melder eindringen und der Melder so einen entsprechenden akustischen Alarm abgeben.

Jeder Besitzer einer Wohnung oder eines Hauses ist für den Einbau verantwortlich. Für die Betriebsbereitschaft ist der Besitzer, in Mietwohnungen der Mieter verantwortlich. Bei den Rauchwarnmeldern, die mit einem „Q“ versehen wird, wird zeitgleich eine Garantie für zehn Jahre auf den Rauchwarnmelder und auch auf die Batterie ausgesprochen.

Quelle: Kreis Soest