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Soest. Eine praktische Einführung in die Molekulargenetik bekamen Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule und des Aldegrever Gymnasiums jetzt auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen.

Die Biologie-Leistungskurse der beiden Soester Schulen absolvierten jeweils ein zweiteiliges Laborpraktikum im Labor für Biotechnologie und Qualitätssicherung des Fachbereichs Agrarwirtschaft. Die Theorie gehört zum normalen Lehrplan – die beiden Praxisblöcke sind normaler Weise nicht vorgesehen, auch weil an Schulen die technischen Möglichkeiten nicht vorhanden sind.

„Wir möchten, dass die Schüler Laborluft schnuppern“, erläutert Prof. Boelhauve seine Motivation, in den Semesterferien Schüler ins Labor zu holen. „Hier können sie sehen und begreifen, wie man Untersuchungen in der Molekulargenetik durchführt – vor allem weil sich es in der Theorie doch sehr abstrakt anhört.“

Damit jeder Schüler einen Laborplatz hat und gut betreut werden kann, wurde der Leistungskurs in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu Beginn gibt es ein Praktikumsskript samt eng beschriebener Laborordnung. Im Labor gelten eigene (Sicherheits-) Regeln.

Das Laborpraktikum umfasst zwei Praxisblöcke. Zunächst isolieren die Schüler Erbgut (DNA) aus tierischem Gewebe. In einem Kontrollverfahren untersuchen sie, ob sie wirklich DNA isoliert haben und ob Verunreinigungen enthalten sind. Um schließlich das Gen nachzuweisen, muss es millionenfach vermehrt werden.

„Diesen technischen Zwischenschritt nutzen wir ganz praktisch für die Zweiteilung des langwierigen Praktikums“, erläutert Dr. Sandra Kriegelstein den organisatorischen Ablauf. „In einer Woche können die Schüler dann selbst feststellen, ob sie alle Schritte richtig nachvollzogen haben und ob sie auch zum richtigen Ergebnis kommen.“

Gesucht wird das Rindergen Interferon Tau, das acht Tage nach der Befruchtung wirksam wird und für die Aussendung eines speziellen Proteins zuständig ist.

Dieses Botenprotein ist eines von mehreren Signalen, dass dem Muttertier signalisiert, dass ein lebensfähiger Embryo existiert, der in die Gebärmutter eingenistet werden sollte. Fehlt es, kommt es zur Auflösung des Gelbkörpers und damit zum Abbruch der Trächtigkeit.

Boelhauve freut sich, dass es sich bei dem Laborpraktikum für Schüler nicht um eine Eintagsfliege handelt: „Die Premiere im vergangenen Jahr wurde von beiden Seiten evaluiert, um für diesen zweiten Durchgang einen verbesserten Ablauf zu hinzubekommen.“ Weitere Wiederholungen sind geplant, das betonen auch die beteiligten Lehrer Kirsten Bruland (HAG) und Werner Lindner (Alde).

Quelle: Kreis Soest