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Kreis Soest. Die Veränderungen des neuen Schornsteinfegerrechts, das zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist, verunsichert die Bevölkerung. Diesen Schluss zieht die Ordnungsbehörde des Kreises Soest aus zahlreichen Anrufen, die im Kreishaus eingehen. Deshalb geht sie auf wichtige Aspekte häufig gestellter Fragen ein.

Unklarheit herrscht bei vielen offensichtlich vor allem, weil die Bezirksschornsteinfeger im Kreis Soest unterschiedlich vorgegangen sind. Eine Gruppe hat vorab um schriftliche Aufträge für die Kehr- und Messarbeiten gebeten. Die andere Gruppe hat keine Aufträge verteilt. Sie möchte wie bisher arbeiten und geht weiterhin von Haus zu Haus. So fragten viele Anrufer nach, ob der Schornsteinfeger nicht mehr automatisch komme. „Dies lässt sich am besten durch einen Anruf bei dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger klären“, rät Regina Longerich, zuständige Sachbearbeiterin beim Kreis Soest.

Alle Bezirksschornsteinfeger, die mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes übrigens „bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger“ heißen, kommen auf jeden Fall ab 2013 weiter für die Bauabnahmen und für die so genannte Feuerstättenschau ins Haus. Nach dieser Schau stellt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger einen kostenpflichtigen Feuerstättenbescheid aus, in dem alle Schornsteinfegerarbeiten aufgelistet sind, die an der jeweiligen Feuerungsanlage durchgeführt werden müssen. Durch den Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols muss der Verbraucher die in diesem Feuerstättenbescheid aufgelisteten Arbeiten, wie zum Besipiel das Messen, Kehren und Reinigen, nicht mehr verpflichtend beim Bezirksschornsteinfeger durchführen lassen. Für diese Arbeiten hat er die freie Wahl. Er kann selbst entscheiden, ob er bei seinem bisherigen Bezirksschornsteinfeger bleibt oder einen anderen Betrieb beauftragt. Dieser andere Betrieb muss aber für diese Arbeiten zugelassen sein. Mit der Wahlfreiheit haben die Eigentümer neue Pflichten: Denn der Feuerstättenbescheid listet nicht nur die fälligen Arbeiten auf, sondern gibt auch an, in welchem Zeitraum sie durchgeführt werden müssen.

Der Eigentümer ist nun dafür verantwortlich, diese Fristen einzuhalten. Beauftragt er nicht den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger, sondern einen anderen Betrieb, muss er dafür sorgen, dass dieser die fach- und fristgerechte Durchführung auf einem gesonderten Formblatt ausweist. Anschließend ist das ausgefüllte Formular an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu senden. Dieses ausgefüllte Formular hat dort spätestens 14 Tage nach Ablauf der Frist vorzuliegen.

Verstreicht die Frist, meldet der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger das an die Ordnungsbehörde des Kreises Soest. Diese stellt dann zunächst einen Zweitbescheid aus. Damit erfährt der Eigentümer, dass er tätig werden muss. Für diesen Vorgang werden 75 Euro Verwaltungsgebühren erhoben. Wenn die darin aufgeführten Arbeiten wieder nicht im gesetzten Zeitraum erfolgen, kommt es zu einer so genannten Ersatzvornahme. Das bedeutet, die Schornsteinfegerarbeiten werden zwangsweise durchgeführt. Diese zusätzlichen Kosten wären auch vom Eigentümer zu tragen. „Durch die Wahlfreiheit entsteht eine neue Wettbewerbssituation. Viele Anfragen beziehen sich auch auf die Preise. Ob sich die Preise nun verändern werden, bleibt abzuwarten“, erläutert Sachbearbeiterin Regina Longerich. „Für uns steht die Sicherheit der Hausbewohner und Nachbarn im Vordergrund. Wichtig ist, dass die Feuerstätten fehlerfrei funktionieren.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest