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Kreis Soest (kso). Wippende Baumwipfel soweit das Auge reicht und in der Ferne spiegelt sich das Sonnenlicht auf dem Möhnesee wider: Ein solcher Ausblick über die Laub- und Nadelwälder könnte demnächst Wanderer auf der Plattform des geplanten Aussichtsturms direkt am Rennweg im Arnsberger Wald erwarten. Der endgültige Bauentwurf für das mögliche neue Highlight für die „Sauerland-Waldroute“ ist nämlich fertig. Das teilt Michael Matysiak, Geschäftsführer des Naturparks Arnsberger Wald, mit.

Nach der positiven Umweltprüfung des Bauprojekts durch Gutachter und Fachleute und der Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Soest steht nun als nächstes die Bauvoranfrage beim Kreisbauamt an, erläutert Matysiak. Als Teil des Wald-Meer-Projekts, zu dem das „Waldschiff“ in Rüthen, die „Wald-Routen-Sagen“ und die „Blütenkelche“ zählen, soll der Aussichtsturm die Attraktivität der „Sauerland-Waldroute“ steigern. So die Idee hinter dem Bauvorhaben. „Es ist ein Angebot an die Gemeinde Möhnesee, den 35 Meter hohen Turm als weiteren Glanzpunkt zu der Wanderroute hinzuzufügen“, betont der Geschäftsführer des Naturparks. „Die Entscheidung liegt jetzt ganz allein bei der Gemeinde.

Nach dem Lörmecketurm, der 2008 auf dem höchsten Punkt des Arnsberger Waldes errichtet wurde, könnte bis Ende 2014 ein zweiter Turm folgen, der sowohl für die touristische Infrastruktur als auch für die Region Möhnesee eine positive Ergänzung sein könnte. Denn der geplante Standort sei nicht nur geeignet, weil er eine schöne Aussicht biete. Er sei auch als naturschutzfachlicher Lernort attraktiv. Denn er liege in der Nähe zur Jugendherberge, zu den Landschulheimen und zum Landschaftsinformationszentrum Wasser und Wald in Günne. Aus diesem Grund sei auch vorgesehen, so Matysiak weiter, im Eingangsbereich des Turmes entsprechende Informationsmöglichkeiten anzubieten, die insbesondere auch von den Rangern des Landesbetriebs genutzt werden können.

So könnte der geplante Aussichtsturm am Rennweg im Arnsberger Wald aussehen: gradlinig, offen und schlicht. Foto: Judith Wedderwille/Pressestelle Kreis Soest

So könnte der geplante Aussichtsturm am Rennweg im Arnsberger Wald aussehen: gradlinig, offen und schlicht. Foto: Judith Wedderwille/Pressestelle Kreis Soest

Gradlinig und schlicht soll der Aussichtsturm werden. Und mit den vorgesehenen Baukosten von bis zu 350.000 Euro ist er wesentlich günstiger als der Lörmecketurm (etwa 500.000 Euro). 1.000 Quadratmeter Baufläche sind für den Turm und einen dazugehörigen Vorbereich geplant. Die Grundform des Aussichtsturms ist quadratisch, nach oben sich verjüngend: So misst der untere Querschnitt des Turmes 6 mal 6 Meter, der obere 5 mal 5 Meter. Die offene Konstruktion besteht aus einer Kombination aus Stahl und Holz, wobei der Stahl die statische Funktion übernimmt. Vier Stahlrundrohre, verbunden über horizontale Streben und gekreuzte Verbände, ergeben das System der Aussteifung. Im Innern des Turmes gibt es drei Plattformen, die über eine Stahltreppe zu erreichen sind. Senkrecht, leicht versetzt angebrachte Douglasien-Kanthölzer erlauben Blicke durch die Fassade und bieten unterschiedliche Aussichtsmöglichkeiten. Die Konstruktion ist so angelegt, dass die Waldbewohner die aufsteigenden Besucher dennoch nicht sehen. Die Hauptblickrichtung nach Norden in das Möhnetal ist offener gehalten als die Südseite in Richtung Schutzgebiet.

Die Zufahrt zum Turm ist über bestehende, gut ausgebaute Forstwirtschaftswegenetze sichergestellt, so dass ein zusätzlicher Wegeausbau nicht erforderlich ist. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist der Aussichtsturm für Besucher erreichbar, da die Forstwege mit Pkw nicht genutzt werden dürfen. An dieser Situation soll sich auch nichts verändern. Neue Schranken an den Zufahrten sollen dazu beitragen, private Anfahrten mit Pkw zu verhindern. Als Ausgangspunkt für Besucher mit Privatfahrzeugen sollen die zwei bestehenden Wanderparkplätze „Trimmpfad“ und „Torhaus“ ausgewiesen werden, die sich 1,2 bzw. 1,8 Kilometer vom Turm entfernt befinden.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest