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Kreis Soest (kso). „Berlin holt sich Rat in NRW. Wirklich bemerkenswert.“ Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin zeigte sich beindruckt, als ihm Landrätin Eva Irrgang und Projektleiter Jörn Peters während eines Rundgangs durch Soest auch die Perspektiven des Projektes „Guide4Blind . Neue Wege im Tourismus auch für blinde und sehbehinderte Menschen“ aufzeigten. Dazu gehört, dass Berlin Soester Entwicklungen für das Reiseinformations- und Navigationssystem „m4guide – mobile multi-modal mobility guide“ verwendet.

Schwerpunkte des Besuchs beim Kreis Soest am Dienstag [20. August 2013] bildeten die Entwicklungen des Projektes Guide4Blind. Stadtrundgänge, 3D-Modelle, Informationsterminals und neueste Navigationstechnologien insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen wurden Minister Duin während der Präsentation im Kreishaus und im Soester Stadtgebiet vorgestellt. „In der vergangenen Woche habe ich Welt- marktführer aus der Wirtschaft besucht und heute konnte ich den Weltmarktführer für barrierearme Technologien im Tourismus sehen“, kommentierte der Minister.

Die Navigationstechnologien von Guide4Blind führten Minister Duin mittels Smartphone (v. l.) auch auf den Soester Marktplatz. Begleitet wurde er beim Rundgang durch die Soester Altstadt unter anderem von (v. r.) Landrätin Eva Irrgang, Projekteilnehmerin Heike Ferber, Projektleiter Jörn Peters, und Soests Vizebürgermeisterin Christiane Mackensen. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Die Navigationstechnologien von Guide4Blind führten Minister Duin mittels Smartphone (v. l.) auch auf den Soester Marktplatz. Begleitet wurde er beim Rundgang durch die Soester Altstadt unter anderem von (v. r.) Landrätin Eva Irrgang, Projekteilnehmerin Heike Ferber, Projektleiter Jörn Peters, und Soests Vizebürgermeisterin Christiane Mackensen. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Der Gast aus Düsseldorf erlebte vor allem die öffentliche Premiere einer weiteren Technik, mit der noch im Herbst diesen Jahres alle Busse der Regionalverkehr Ruhr- Lippe GmbH (RLG) und der im Kreisgebiet beteiligten Busunternehmen ausgestattet werden. Der Soester BusGuide 2.0 ist die jüngste Weiterentwicklung aus dem Projekt Guide4Blind, bei der die Kreisverwaltung und die Wirtschaft & Marketing Soest GmbH mit der RLG kooperieren. Alle Busse im Kreis Soest werden mit dem von der Firma GeoMobile entwickelten Hardware-Modul Busldent ausgestattet. Dieses liefert alle für eine barrierearme Nutzung des ÖPNV erforderlichen Daten an die iPhone-App Soester BusGuide. Bald werden auch Android-Geräte und Bluetooth Handgeräte unterstützt.

An der Bushaltestelle Osthofentor und anschließend im RLG-Bus erläuterte Projektleiter Jörn Peters (l.) Minister Duin die Funktionalitäten des BusGuide 2.0. Mit dabei Landrätin Eva Irrgang (r.) und Projekteilnehmerin Heike Ferber. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

An der Bushaltestelle Osthofentor und anschließend im RLG-Bus erläuterte Projektleiter Jörn Peters (l.) Minister Duin die Funktionalitäten des BusGuide 2.0. Mit dabei Landrätin Eva Irrgang (r.) und Projekteilnehmerin Heike Ferber. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Der Minister erhielt einen Eindruck davon, wie’s geht. „Ich bin die Linie C 7 und fahre zum Hansaplatz“, identifiziert eine Ansage des Smartphones einfahrende Busse am Bussteig. So finden auch Blinde unter mehreren Bussen den richtigen. Auch vorher liefert die App alles Wissenswerte: Fahrpläne, Haltestellen, Linien und Verbindungen. An der Haltestelle angekommen, werden aktuelle lnformationen zu Abfahrtszeiten, Verspätungen oder andere Hinweise angesagt. Die gewünschte Haltestelle ist mit der Fußgängernavigation und der im Projekt Guide4Blind erprobten vibro-taktilen Anpeilhilfe einfach zu finden. Der blinde Mensch wird als durch Vibrationen geführt. Während der Fahrt wird der Nutzer per Sprachausgabe über die nächste Haltestelle, die ungefähre Entfernung und die Zeit bis zum Ausstieg informiert.

Der Rundgang durch die Soester Altstadt endete am 3D-Modell des Patroklus-Doms, von dem blinde und sehbehinderte Menschen profitieren. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Der Rundgang durch die Soester Altstadt endete am 3D-Modell des Patroklus-Doms, von dem blinde und sehbehinderte Menschen profitieren. Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Das alles bietet der Soester BusGuide schon heute. In Zukunft erfolgt für den haltenden Bus eine vibro-taktile Anpeilung der Bustür für den problemlosen Einstieg in das Fahrzeug. Dann kann der Fahrgast auch seinen Haltewunsch per App signalisieren. Alternativ wird der Haltewunsch automatisch vor Erreichen der Zielhaltestelle ausgelöst. Durch den Einsatz von Funktechnologien können Bereiche innerhalb eines Busses auch „verortet“ werden, um Blinden und Sehbehinderten Personen die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern. Außerdem werden während der Fahrt Informationen zur aktuellen Route (Haltestellen, Ankunftszeiten und Anschlussoptionen) und Unter-haltungsprogramme angeboten. Bluetooth macht’s möglich.

Der Minister erlebte so die konkreten Ergebnisse eines Projekts, das erfolgreich aus den Clusterwettbewerb Erlebnis.NRW hervorgegangen ist und deshalb gefördert wird. „Sinnvoll eingesetztes Geld‘“, brachte er seine Eindrücke am Schluss es Altstadt-rundgangs vor dem 3D-Modell des Patroklus-Doms auf den Punkt.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest