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Kreis Soest (kso.2013.04.19.187.aha). Wie wirkt sich der Minijob auf die Rente aus? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Minijobber und welche Auswirkungen hat der Zusatzverdienst auf das Arbeitslosengeld II? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung des Jobcenters Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) am Mittwoch, 17. April 2013 in Lippstadt. Über 70 Frauen und Männer, die Leistungen des zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) erhalten, folgten der Einladung.

Kurz und informativ berichteten die Dozenten während einer Infoveranstaltung im Jobcenter über die Rechte, Pflichten und Neuerungen rund um den Minijob (von rechts): Andreas Raßmann (Deutsche Rentenversicherung), Claudia Sterthoff (Kompetenzzentrum Frau und Beruf), Ulrike Varnholt und Nicolai Pierau (beide Jobcenter). Foto: Elisabeth Bormann/Pressestelle Jobcenter AHA

Kurz und informativ berichteten die Dozenten während einer Infoveranstaltung im Jobcenter über die Rechte, Pflichten und Neuerungen rund um den Minijob (von rechts): Andreas Raßmann (Deutsche Rentenversicherung), Claudia Sterthoff (Kompetenzzentrum Frau und Beruf), Ulrike Varnholt und Nicolai Pierau (beide Jobcenter). Foto: Elisabeth Bormann/Pressestelle Jobcenter AHA

Der Minijob bietet viele Vorteile. Wer zum Beispiel längere Zeit nicht gearbeitet hat, kann sich durch einen Minijob dem Arbeitsmarkt wieder annähern. Auch ein Wiedereinstieg in den Beruf nach Pflege- oder Elternzeiten kann durch einen Minijob erleichtert werden. Zudem können Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit einer geringfügigen Beschäftigung das eigene Einkommen erhöhen und somit die Hilfebedürftigkeit verringern. „Aufgrund der vielen Vorzüge ist es nicht verwunderlich, dass über ein Drittel unserer Kundinnen und Kunden einen Minijob ausüben. Zumal er auch ein wichtiger Schritt in Richtung eine versicherungspflichtigen Beschäftigung sein kann, die immer das Ziel sein sollte“, berichtete Ulrike Varnholt, Beauftragte für Chancengleichheit des Jobcenters. „Den Minijobbern möchten wir mit dieser Veranstaltung einen besonderen Service anbieten. Denn seit dem 1. Januar 2013 gibt es einige gesetzliche Neuerungen für diesen Personenkreis.“

Neben der Anhebung der Verdienstgrenze von 400 auf 450 Euro im Monat haben sich deutliche Veränderungen bei der Rentenversicherung ergeben. „Es besteht nun eine Versicherungspflicht für geringfügig Beschäftigte“, erläuterte Andreas Raßmann von der Deutschen Rentenversicherung. „Jeder Minijobber hat jedoch die Chance, sich von dieser befreien zu lassen. Doch Vorsicht, dies ist nicht für jeden sinnvoll. Denn mit den Rentenbeiträgen erwerben geringfügig Beschäftigte zum Beispiel auch Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation oder einen früheren Rentenbeginn. Daher sollte eine Befreiung immer im Einzelfall geprüft werden.“

Vor allzu schnellem Handeln warnte auch Claudia Sterthoff vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf. „Minijobber haben Rechte und auch Pflichten. Sie unterscheiden sich demnach nicht von anderen Arbeitnehmern“, erklärte sie den interessierten Zuhörern. „So stehen jedem Minijobber Urlaub, die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bestimmte Kündigungsfristen zu. Umgekehrt müssen sich die geringfügigen Beschäftigten aber auch an gesetzliche Vorgaben halten. Gerade Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit sind hier Schlüsselbegriffe.“ Viele Unsicherheiten können schon im Vorfeld durch einen Arbeitsvertrag geregelt werden, der jedem Minijobber zusteht.

Anhand von konkreten Beispielen erläuterte Nicolai Pierau, Fachexperte beim Jobcenter, die Anrechnung des Minijobs auf das Arbeitslosengeld II. „Die Anrechnung von Einkommen ist nicht leicht nachzuvollziehen, aber ich hoffe, die Beispiele helfen, unser Vorgehen transparent zu machen. Der rege Austausch zeigt auf jeden Fall, dass wir mit dieser Veranstaltung Wissenslücken schließen konnten.“

Quelle: Kreis Soest