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Kreis Soest (kso). Die Kreisverwaltung nimmt Stellung zur Berichterstattung und zu den Reaktionen auf die am Freitag [30. August 2013] ausgesprochenen Empfehlungen im Zusammenhang mit dem Legionellenausbruch in Warstein. Dazu listet sie im Folgenden die Fakten auf.

  1. Die Verzögerung eines eindeutigen Laborergebnisses im Hinblick auf die mögliche Quelle führte am späten Freitagnachmittag im Kreishaus zu einem ausführlichen Austausch mit Professor Dr. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni Bonn, und Vertreterinnen des Landeszentrums Gesundheit NRW. Angesichts der auch vor dem Wochenende offen bleibenden Lage riet diese Expertenrunde zur Erweiterung der bisher kommunizierten Informationen.
  2. Seit dem 21. August 2013, 17 Uhr, wird ständig eine online gestellte Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQs) und entsprechenden Antworten aktualisiert. Darunter waren auch folgende Frage und die entsprechende Antwort von Anfang an: „Ich habe meinen Urlaub im Raum Warstein geplant, sollte ich die Gegend besser meiden? / Sollte ich besser zuhause bleiben, um mich nicht anzustecken? Eine generelle Reisewarnung, wie z. B. vom auswärtigen Amt, kann zur Zeit nicht ausgesprochen werden. Es gibt stärker gefährdete Gruppen, wie z. B. chronisch Erkrankte, Raucher, ältere und gesundheitlich geschwächte Personen. Die Entscheidung ist im Einzelfall zu treffen.“
    Außerdem wurde die folgende Information ab dem 22. August 2013, 11.50 Uhr, kommuniziert:
    „Was ist bei Schwangerschaft zu beachten? Eine Legionelleninfektion während einer Schwangerschaft ist nicht günstig und sollte vermieden werden. Bei beginnenden Symptomen sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Der Aufenthalt in geschlossenen Räumen verringert bei der derzeitigen Vermutung, dass die Infektion von einer Verdunstungskühlanlage ausgeht, das Ansteckungsrisiko.“
    Der Kreis stellt vor diesem Hintergrund fest, dass die Empfehlungen am Freitag [30. August 2013] nur eine Stufe allgemeiner formuliert und somit ausgedehnt worden sind.
  3. Der Kreis hat wiederholt und eindeutig betont, dass kein Anlass zu Entwarnung besteht. Das führte auch zur fachlichen Empfehlung des Gesundheitsamtes, Großveranstaltungen in Warstein abzusagen. An dieser Einschätzung ändert sich bis zum Eintreffen eines verbindlichen Laborergebnisses nichts. Trotzdem war eine gewisse Entwarnungsstimmung wahrzunehmen, ohne dass der Kreis dazu Anlass gegeben hat. Auch die Tatsache, dass der September die bevorzugte Reisezeit insbesondere für Senioren ist, war zu berücksichtigen. Es gab in diesem Zusammenhang verstärkt Anfragen. Die hiesigen Krankenhäuser und die niedergelassenen Ärzte sind hervorragend sensibilisiert für die Symptome einer Legionollose und therapieren erfolgreich. Die Heimatkrankenhäuser von Reisenden aus einer anderen Gegend haben diese Erkrankung möglicherweise aber nicht im Fokus. Auch aus diesem Grund waren die gegebenen Empfehlungen zu formulieren.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest