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Kreis Soest (kso.2013.02.18.070.ib). Gut sitzende Schuhe sind für eine gesunde Entwicklung von Kinderfüßen unerlässlich. Darauf wies Ilona Blume vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes des Kreises Soest bei einer Informationsveranstaltung im Evangelischen Kindergarten in Welver-Borgeln hin und gab den Erzieherinnen wertvolle Hinweise, worauf man bei Kinderschuhen achten sollte. Es handelte sich um den Startschuss für eine kreisweite Informationskampagne.

„Da die kleinen Füße noch verformbar sind, kann falsches Schuhwerk zu Fußdeformationen führen und somit auch die natürliche Bewegungsfreude von Kindern behindern“, erläuterte die Mitarbeiterin des Kreisgesundheitsamts. „Denn die meisten aller drei- bis sechsjährigen Kinder tragen zu kleine Schuhe.“ Dies wurde bei einer Studie, die Dr. Wieland Kinz im Jahr 2011 mit dem Forschungsteam der Universität Salzburg durchgeführt hat, festgestellt. Aber auch zu große Schuhe können Gesundheitsschäden verursachen, weil die Füße darin keinen Halt finden.

Kinderfüße sind speziell. Sie sind keine Miniatur-Ausgabe von Erwachsenfüßen. Kinderfüße wachsen rasch, sie können auch einen plötzlichen Schub machen, die festen Strukturen der Fußknochen entwickeln sich langsam und Kinderfüße können unterschiedlich lang sein. Kinder können noch nicht exakt spüren, ob zum Beispiel ein Schuh zu kurz ist oder drückt, weil sich das Nervensystem und damit auch die spezielle Empfindlichkeit der Füße erst entwickelt. Kinder gewöhnen sich früh an die falsche Passform ihrer Schuhe. Richtige Schuhgrößen werden als zu groß empfunden.

Damit rückt ein kleines, bislang kaum beachtetes Thema ins Rampenlicht der Gesundheitsaufklärung. „Nicht passende Schuhe können enorme Folgen für die Gesundheit haben, wie zum Beispiel Zehenfehlstellungen oder Nagelbettentzündungen, können aber auch Knie-, Hüft- und Rückenprobleme hervorrufen“, wies Ilona Blume die Erzieherinnen auf die Gefahren eines falschen Kinderschuhkaufs hin. Statistische Berechnungen der medizinischen Universität Wien haben ergeben: Je kürzer zum Beispiel die Schuhe, desto gravierender waren auch die Schiefstellungen der großen Zehe. Inzwischen haben 70 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren Veränderungen an den Füßen.

Dem Kreisgesundheitsamt ist es wichtig, den Kindertageseinrichtungen einfache und praktische Informationen und Methoden zu vermitteln, damit sich die Anzahl der Kinder, die nicht passende Schuhe tragen, deutlich reduziert. Je besser Kinderfüße in den ersten Jahren gepflegt werden, desto besser sind sie für die Zukunft gerüstet. Passende Kinderschuhe sollten zwölf Millimeter länger als die Füße (längster Zeh) sein. Neue Schuhe dürfen sogar bis zu 17 Millimeter länger sein. Es sollen immer der Fuß des Kindes und vor allem die Innenlänge der Schuhe gemessen werden.

Das Thema Kinderfüße und Kinderschuhe ist ein Teilbereich der Aktion „Gesund groß werden“, mit der das Gesundheitsamt Prävention und Gesundheitsförderung in den Blick nimmt. Interessierte Einrichtungen können sich bei Ilona Blume vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Kreisgesundheitsamtes melden. Sie ist unter der Telefonnummer 02921/302175 oder unter der E-Mail-Adresse ilona.blume@kreis-soest.de zu erreichen.

Quelle: Kreis Soest