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Kreis Soest (kso.2013.03.05.103.ak/tw). In diesem Jahr ist im April erstmals eine Gemeinschaftsaktion zur Bekämpfung der Herkulesstaude an der Heve im Arnsberger Wald geplant. An zwei Samstagen im April, die genauen Termine werden noch bekannt gegeben, sollen die Bekämpfungsmaßnahmen stattfinden. Hierzu werden noch Freiwillige gesucht. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich gerne an das Sachgebiet (SG) Wasserwirtschaft des Kreises Soest wenden.

An der Heve zwischen Möhnesee-Neuhaus und dem Vorstaubecken sollen im April in einer Gemeinschaftsaktion Herkulesstauden, hier ein Foto einer Pflanze in der Möhneaue bei Rüthen, abgestochen werden, um die Ausbreitung dieses gefährlichen Wucherers zu unterbinden. Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest

An der Heve zwischen Möhnesee-Neuhaus und dem Vorstaubecken sollen im April in einer Gemeinschaftsaktion Herkulesstauden, hier ein Foto einer Pflanze in der Möhneaue bei Rüthen, abgestochen werden, um die Ausbreitung dieses gefährlichen Wucherers zu unterbinden. Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest

Gemeinsam mit dem Forstamt Arnsberg, der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU), dem Landschaftsinformationszentrum (LIZ), der Gemeinde Möhnesee, Heimatfreunden, Naturschützern und anderen Freiwilligen plant das SG Wasserwirtschaft des Kreises Soest in Zusammenarbeit mit Werner Leifert, Landschaftswärter der Gemeinde Möhnesee, die Bekämpfung der Herkulesstaude entlang der Heve zwischen Neuhaus und dem Vorstaubecken.

Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, breitet sich in unserer Landschaft mehr und mehr aus und führt zu einer Unterdrückung der heimischen Pflanzenwelt. Die riesigen Blätter der imposanten Staude nehmen den heimischen Pflanzen das Licht und damit ihren Raum zum Leben. Ihre schwimmfähigen Samen führen dazu, dass sie sich gerade entlang der Fließgewässer besonders stark verbreiten können.

An den Bächen im Kreis Soest hat sich die Herkulesstaude noch nicht so flächig ausgebreitet, wie in anderen Flusstälern. An jeder der verblühten Pflanzen hängen bis zu 50.000 Samen, die darauf warten, vom nächsten Hochwasser, dem Wind oder sonst wie verbreitet zu werden. Deshalb gibt es auch im Kreisgebiet einige Standorte, an denen die Staude in großer Anzahl wächst.

„Daher ist es besonders wichtig, der Ausbreitung der Herkulesstaude Einhalt zu gebieten“, erläutert Annette Kühlmann vom SG Wasserwirtschaft. „Der Kreis Soest verfolgt dieses Ziel seit sechs Jahren. Um die weitere Ausbreitung der Herkulesstaude besonders an den Gewässern zu verhindern, hat das SG Wasserwirtschaft verschiedene Unternehmer beauftragt, die Bestände entlang der Fließgewässer im Kreisgebiet zu bekämpfen. In spätestens zehn Jahren soll die Herkulesstaude an den Gewässern im Kreisgebiet beseitigt sein.“

Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist äußerst schwierig. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur bedingt möglich und besonders an Gewässern sind je nach Mittel bestimmte Mindestabstände einzuhalten. Mähen ist zwecklos, da die Pflanze immer wieder aus einer kräftigen Rübe austreibt und das Mähen lediglich zu einer Verzögerung der Blüte führt. Eine wirksame Methode ist das Durchstechen der Wurzelrübe rund zehn bis fünfzehn Zentimeter unter der Bodenoberfläche mit einem Spaten. Blütendolden, die bereits reife Samen besitzen, sollten in Folien verpackt und vernichtet werden, um eine weitere Verbreitung der acht bis zehn Jahre keimfähigen Samen zu verhindern. Alle Arbeiten sollten nur mit entsprechender Schutzkleidung (vollständige Bekleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille mit seitlichem Schutz) durchgeführt werden, um Verbrennungen der menschlichen Haut zu vermeiden.

Die besondere Gefährdung liegt in der Giftigkeit der Pflanze. Photosensibilisierende Substanzen (Furanocumarine) sind in der Pflanze enthalten. Diese können bei Hautkontakt insbesondere in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen. Die Folge sind Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen, sie können bis zu Verbrennungen zweiten Grades führen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit der Pflanze sein.

Weitere Informationen zur Herkulesstaude und Bekämpfungsmöglichkeiten sind auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unter www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/genehmigungen/herkulesstaude.htm abrufbar. Wer sich als Freiwilliger im April an der Gemeinschaftsaktion zur Bekämpfung der Herkulesstaude an der Heve im Arnsberger Wald beteiligen möchte, kann sich bei Annette Kühlmann vom SG Wasserwirtschaft des Kreises Soest unter 02902/302213 oder per E-Mail unter annette.kuehlmann@kreis-soest.de melden.

Quelle: Kreis Soest