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Kreis Soest. Unter dem Motto „Zeig her deine Füße, zeig her deine Schuh“ führte der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes des Kreises Soest in Kooperation mit dem AWO-Familienzentrum / der Kindertagesstätte „Bunte Welt“ in Soest eine Fuß- und Schuhmessaktion durch. Dr. Wieland Kinz, Sportwissenschaftler und Mitglied des Forschungsteams Kinderfüße-Kinderschuhe an der Universität in Salzburg, gab wertvolle Tipps, worauf Eltern beim Kauf von Kinderschuhen achten sollten.

Viele Kinder tragen falsches Schuhwerk. Das bestätigte sich einmal mehr bei der Fuß- und Schuhmessaktion im Familienzentrum „Bunte Welt“ in Soest. Viele Kinder trugen zu kleine Schuhe. Dadurch kann sich die Form der Kinderfüße dauerhaft verändern und somit eine gesunde Entwicklung der Kinderfüße behindern. „Viele Eltern kaufen zu große Schuhe, um auf diese Weise Geld zu sparen, in der Annahme, dass die Kinder noch in die Schuhe hineinwachsen“, so Dr. Wieland Kinz, Kinderfuß- und Kinderschuh-Experte aus dem Alpenland. „Zu große Schuhe können genauso zu Gesundheits-schäden führen, wie zu kleine, weil die Füße darin keinen Halt finden. Nicht passende Schuhe können enorme Folgen für die Gesundheit haben, wie zum Beispiel Zehenfehlstellungen oder Nagelbettentzündungen, aber auch Knie-, Hüft- und Rückenprobleme hervorrufen.

Dr. Wieland Kinz (l.) gab den Eltern der Kinder der Kindertagesstätte „Bunte Welt“ in Soest wertvolle Ratschläge zum richtigen Kinderschuhkauf. Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest

Ein weiterer Grund, warum Eltern oft zur falschen Schuhgröße greifen, ist, dass der größte Teil der Kinderschuhe fehlerhaft ausgezeichnet ist. Die angegebene Schuhgröße stimmt nicht mit der tatsächlichen Schuhinnenlänge überein. Steht der Kauf von neuen Schuhen an, rät Dr. Wieland Kinz Eltern dazu, eine Pappschablone zu basteln. Dafür stellt man das Kind barfuß auf einen Karton, zeichnet den Fußumriss, fügt an dem längsten Zeh 15 bis 17 Millimeter an und schneidet einen zwei Finger breiten Streifen aus. Passt dieser Streifen in den Schuh, ist dieser lang genug.

Kinderschuhe sollten nach Empfehlung des Fachmanns nicht zu fest sein und ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. Ob ein Schuh ausreichend weich ist und die Bewegungen eines Kinderfußes mitmacht, merken Mütter und Väter, indem sie die Schuhe in die Hand nehmen und biegen. Schuhe sollten nur nachmittags gekauft werden, da sich Füße im Tagesverlauf um einige Millimeter vergrößern. Eltern sollten zudem die Schuhgröße der Kinder alle drei Monate kontrollieren. Kinderfüße wachsen schubweise und bis zu drei Größen pro Jahr.

„Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, den Schuhkauf in das Bewusstsein der Eltern zu rücken, denn gutes Schuhwerk ist für die Gesundheit der Kinder wichtig. Der Hinweis von Dr. Kinz, dass gute Schuhe nicht teuer sein müssen und durchaus beim Discounter gekauft werden können, hat mich zudem überrascht“, zieht Anke Brügger, Leiterin des AWO-Familienzentrums „Bunte Welt“, ein positives Fazit der Fuß- und Schuhmessaktion.

Beim Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes des Kreises Soest ist Ilona Blume für das Thema Kinderfüße und -schuhe zuständig (Informationen und Koordination). Sie ist unter der Telefonnummer 02921-302175 oder unter der E-Mail-Adresse ilona.blume@kreis-soest.de zu erreichen.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest