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Kreis Soest (kso.2013.01.25.039.pb/-rn). Beim LIFE-Projekt Möhne laufen Planungen für Baumaßnahmen zur Renaturierung der Möhne bei Warstein-Allagen. Der Kreis kündigt an, dass die vorbereitende Rodung von Gehölzen in den kommenden Tagen startet. Mit der Renaturierung soll auch der Hochwasserschutz verbessert werden.

„Nach den erfolgreich abgeschlossenen Bauabschnitte im Möhne-Oberlauf beginnen wir jetzt in Allagen“, bringt es Philipp Büngeler, Planer des Kreises im Sachgebiet Wasserwirtschaft, auf den Punkt. Diese Maßnahme ermögliche gleichzeitig die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Dieses Papier fordere bis 2015 einen guten ökologischen sowie chemischen Zustand der Gewässer.

Die Rodung der vorhandenen Gehölze ist notwendig, da das vorhandene Gewässer verbreitert werden soll. Die eigentliche Baumaßnahme am Gewässer folgt erst im Laufe des Jahres bei geringem Wasserstand und trockener Witterung. Die Gehölzarbeiten werden aus Naturschutzgründen vorgezogen, um zum Beispiel Vogelbrut nicht zu beeinträchtigen. Die Wasserbaumaßnahmen umfassen die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, die ökologische Verbesserung des Gewässers und dadurch die Schaffung von Retentionsraum (Hochwasserschutz).

Retentionsräume (lateinisch retenire = zurückhalten) sind die an den Flüssen seitlich gelegenen Flächen, auf denen sich bei Hochwasser, das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Damit wird für die Unterlieger am Gewässer, der Hochwasserabfluss verzögert und die Wasserstände werden verringert.

Neben dieser positiven Wirkung auf das Hochwasser sind Retentionsräume notwendige Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und am Gewässer. Es bilden sich neue Auen. Gleichzeitig tragen sie damit auch zum Bodenschutz bei und liefern einen Beitrag zur Grundwasseranreicherung.

In der Vergangenheit ging nach und nach ein großer Teil der Auen verloren, weil vielfach in den Tälern hineingebaut wurde und diese bewirtschaftet wurden. Negativ haben sich aber auch Gewässerausbaumaßnahmen, insbesondere Gewässerbegradigungen, ausgewirkt. Folge dieser Entwicklung war die zunehmende Verschärfung der Hochwässer für die sogenannten Unterlieger, also die bachabwärts gelegen Gebiete.

Mit den Gehölzarbeiten, die in den nächsten Tagen beginnen, ha der Kreis die Firma Hauschulte-Oberdick aus Arnsberg beauftragt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger oder Anlieger können sich bei Philipp Büngeler in der Wasserwirtschaft des Kreises, Telefon 02921/302212, informieren.

Quelle: Kreis Soest