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Kreis Soest. Landrätin Eva Irrgang ist in Berlin während der Landkreis-versammlung, die sich am 10. und 11. Januar 2013 in Gegenwart von Bundespräsident Joachim Gauck unter anderem mit der demografischen Entwicklung befasste, in einem Redebeitrag das Thema Integration eingegangen. Sie forderte, kommunale Integrationspolitik zur Chefsache zu machen. Denn es müsse bei diesem Thema mit dem nötigen Nachdruck agiert werden.

Eva Irrgang nannte als Beispiele eine aktive Willkommenskultur, mehrsprachige Lotsen in der Kreisverwaltung, angepasste Informationsangebote und Netzwerke mit den Migrantenorganisationen.

Bundespräsident Joachim Gauck stellte die Bedeutung des Einsatzes von Bürgern in ihren Kommunen heraus. Es brauche vor allem Mut statt Zweifel im Umgang mit den demografischen Herausforderungen. Er zitierte in seiner Ansprache den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau mit dem Satz: „Wenn es die Landkreise nicht gäbe, müsste man sie erfinden.

Der Bundespräsident stellte die Frage, ob sich die Landkreise vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung nicht neu zu erfinden hätten? Er blicke zuversichtlich auf die demografischen Veränderungen, weil unsere Gesellschaft veränderungsfähig sei. Die meisten der Landkreise seien wirtschaftlich und kulturell aufgeblüht. Generell müssten wir dem Mut und nicht dem Zweifel Vorrang einräumen. Dann werde der demografische Wandel gelingen.

Die Kommunen dürften nicht von Bund und Ländern alleine gelassen werden, sondern es ginge um eine Gesamtverantwortung aller föderalen Ebenen für dieses Querschnitts-thema. Auch spiele das gemeinsame Agieren von Kommunen eine große Rolle, um die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen. Darin inbegriffen sei auch eine aktive kommunale Integrationspolitik, die zunehmend an Bedeutung gewinne.

Bei allem gehe es darum, die Perspektive der Bürger nicht aus dem Blick zu verlieren, wobei Raum für bürgerschaftliche Mitgestaltung bestehen müsse. Denn es ständen grundsätzliche gesellschaftliche Weichenstellungen an, weil es zukünftig schwieriger werde, Angebote der öffentlichen Daseinsvorsorge vor Ort aufrecht zu erhalten. Letztlich erzeuge dies auch Verständnis für teilweise schmerzliche Notwendigkeiten. Er dankte dem Deutschen Landkreistag für sein Engagement, für Ideen, Initiativen und Veranstaltungen, weil dies letztlich auch auf das öffentliche Bewusstsein wirke.

In einer anschließenden Diskussion stellte Landrat Hans Jörg Duppré, Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT), besonders heraus, dass zur selbstverantwortlichen Gestaltung des demografischen Wandels bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar sei. Generell müssten die Bedingungen verbessert werden, so dass sich Frauen und Männer noch stärker eingeladen fühlen, sich nicht nur kommunalpolitisch, sondern auch im sozialen und kirchlichen Bereich zu engagieren.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest