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Kreis Soest. Trotz einer Prothese am linken Bein, geht Georg Ziegan seiner Arbeit bei dem Abfallverwertungsunternehmen Schmalenbach und Sohn heute gerne und zuverlässig nach. Doch bis er diese Chance bekam, musste er länger nach einem geeigneten Arbeitsplatz suchen.

Der Blitz hat eine Windkraftanlage im Raum Belecke getroffen. Der dadurch ausgelöste Brand war nicht zu löschen. Die Anlage ist nicht mehr funktionstüchtig und muss entsorgt werden. Jetzt ist Georg Ziegan gefragt. Mit einem Schweißbrenner zerlegt er die 60 bis 80 Tonnen schwere Stahlsäule in transportfähige Kleinteile. Dass er dabei eine Beinprothese trägt, ist ihm nicht anzumerken. „Bei einem Unfall habe ich 1999 mein linkes Bein verloren. Als direkte Folge konnte ich meinen erlernten Beruf als LKW-Fahrer und Recycling-Fachkraft nicht mehr ausüben“, berichtet der 49-Jährige. „Mein Arbeitgeber hat mir angeboten im Büro zu arbeiten, aber das war einfach nicht das Richtige für mich.

Nach verschiedenen Reha-Maßnahmen bewarb er sich mit Unterstützung des Jobcenters Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) um Stellen im Recycling-Bereich – mit Erfolg. Eine Initiativbewerbung bei der Abfallverwertungs-GmbH Schmalenbach und Sohn zeigte im September 2011 Wirkung. Er wurde als 400-Euro-Kraft eingestellt. „Ich muss zugeben, ich war zunächst skeptisch, ob Herr Ziegan mit der Prothese in diesem rauen Umfeld zurechtkommt. Doch sein Engagement hat mich überzeugt“, sagt Herbert Schmalenbach, Inhaber des Unternehmens. „Ich habe nichts bereut. Einen besseren Mitarbeiter kann ich mir nicht wünschen.

Ein gutes Team: Georg Ziegan (rechts) freut sich mit seinem neuen Chef Herbert Schmalenbach (2.v.r) und den Jobcenter-Mitarbeitern Ralf Fleischer (2.v.l.) und Andreas Krick (links) über seinen neuen Arbeitsplatz. (Foto: Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv/Elisabeth Bormann)

Das Aufgabengebiet Ziegans ist vielfältig. Er kümmert sich um die Annahme, Sortierung und Zerlegung des Schrotts. „Doch meine Lieblingsaufgabe ist eindeutig das Schweißen – vor allem, wenn das Wetter gut ist und ich draußen arbeiten kann“, erzählt er. „Ich bin mit meiner Aufgabe hier top zufrieden.“ Auch der Arbeitgeber kann nur Positives berichten. „Unser Aufgabengebiet ist sehr vielfältig. So bieten wir auch Abbrucharbeiten, Asbestsanierungen, Containerdienste und Autodemontagen an. Je nach Auftragslage müssen die Mitarbeiter in einem so kleinen Betrieb flexibel sein. Herr Ziegan ist dies und absolut zuverlässig noch dazu.

So wie Georg Ziegan ergeht es zahlreichen Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder anderen Einschränkungen nicht mehr ihren regulären Beruf ausüben können. „Viele von ihnen sind hochmotiviert und wollen unbedingt wieder ihren Lebensunterhalt selbst verdienen“, erörtert Ralf Fleischer, Mitarbeiter des Jobcenters. „Und wir wissen es doch selbst, wer seine Arbeit gerne macht, macht diese auch gut. Dies ist bei Menschen mit Behinderungen wie bei allen anderen auch. Wenn Herr Ziegan zum Beispiel mit Schneidbrenner und Gabelstapler arbeitet, ist von seiner Einschränkung nichts zu merken.

Quelle: Pressestelle Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv