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Kreis Soest (kso.2013.05.31.270.ed/-rn). Die Ergebnisse des Zensus 2011 liegen seit Freitag, 31. Januar 2013, vor. Der Kreis Soest hat demnach 296.875 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Kreis Soest verzeichnet damit erstmals seit langer Zeit wieder unter 300.000 Einwohner und damit einen Rückgang gegenüber der früheren amtlichen Einwohnerzahl.

Der Zensus 2011 war notwendig geworden, weil die alte amtliche Einwohnerzahl aus Fortschreibungen der Volkszählung von 1987 resultierte. Diese Daten waren aber nicht mehr

präzise genug. Im Laufe der Jahre hatten sich vermehrt Fehler in die Daten eingeschlichen, zum Beispiel weil Daten falsch überspielt wurden oder Personen sich nicht korrekt umgemeldet haben. Das Statistische Bundesamt ging daher schon vor Beginn des Zensus 2011 davon aus, dass die alte Bevölkerungszahl um rund 1,3 Millionen Menschen überzeichnet ist. Dies hat erhebliche Auswirkungen, wenn man bedenkt, dass Einzugsgebiete für Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen und andere öffentliche Institutionen auf dieser Grundlage berechnet werden. Gleiches gilt beim Finanzausgleich, auch hier entscheidet die Einwohnerzahl maßgeblich mit, welche Zuweisungen zum Beispiel an die Städte und Gemeinden gezahlt werden.

Der Verlust in dieser Höhe war allerdings nur bedingt erwartet worden. Der Kreis will sich nun intensiv damit auseinandersetzen, wie der Vergleich zu anderen Kreisen und Regionen aussieht. Denn insgesamt war mit einem Rückgang zu rechnen. Als problematisch sieht die Kreisverwaltung an, dass die Nachvollziehbarkeit des Verfahrens und der tatsächlichen Feststellung der Einwohnerzahl nur bedingt gegeben ist. Aus Datenschutzgründen musste der Kreis Soest sämtliche personenbezogenen Daten löschen und kann daher keinen Quervergleich ziehen. Auch die Methode ist an vielen Stellen nach Ansicht des Kreises kaum wirklich nachvollziehbar, da entsprechende Daten nicht oder nicht ausreichend zugänglich gemacht worden seien.

Landrätin Eva Irrgang erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der Kreisausausschuss die Verwaltung bereits im März beauftragt hatte, in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden einen umfassenden Sozial- und Demographiereport für den Kreis Soest zu erstellen. Dazu soll eine überfraktionelle Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Verwaltung notwendige Kennzahlen zur Erfassung statistischer Daten und prognostischer Aussagen definieren. „Dafür bieten die Zensus-Ergebnisse jetzt eine Grundlage“, so die Verwaltungschefin.

Quelle: Kreis Soest