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Kreis Soest (kso.2013.04.30.207.sa/-rn). In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern, die eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, müssen ab diesem Jahr eine dieser Staatsbürgerschaften aufgeben, sobald sie 23 werden. Die Einbürgerungsstelle des Kreises Soest will sicherstellen, dass alle dieser so genannten „optionspflichtigen“ Kinder in ihrem Zuständigkeitsbereich (Städte und Gemeinden im Kreis Soest außer Lippstadt) sich rechtzeitig und bewusst für eine Staatsangehörigkeit entscheiden.

Betroffen sind insgesamt 73 junge Doppelstaatler. 2013 stehen die ersten sieben von ihnen vor der Pflicht, sich von einem ihrer beiden Pässe zu trennen, bis zum Jahr 2017 sind es weitere 66. Diese Kinder haben ausländische Eltern, aber sie haben durch ihre Geburt in Deutschland auf Antrag, später auch automatisch sowohl die deutsche als auch die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern erworben. Deutschland versucht allerdings, im Grundsatz eine Mehrstaatlichkeit zu vermeiden. „Möchten diese Kinder den deutschen Pass behalten, müssen sie bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres ihre andere Staatsangehörigkeit aufgeben“, erläutert Sabine Saatmann, Leiterin der Abteilung Ordnungsangelegenheiten. „Das sieht die 2000 gesetzlich eingeführte Optionspflicht vor, die in diesem Jahr beim Jahrgang 1990 erstmals greift. Wer nicht nachweist, dass er aus seiner anderen Staatsbürgerschaft entlassen wurde, verliert automatisch die deutsche. Wir und alle anderen Behörden haben keinerlei Spielraum. Danach kann die deutsche Staatsbürgerschaft nur durch ein Einbürgerungsverfahren wieder erlangt werden.“ Die Mehrstaatlichkeit ist unter anderem lediglich bei Personen erlaubt, die außer der deutschen auch die Staatsangehörigkeit eines EU-Staates besitzen. Sabine Saatmann: „Diese müssen bis zum 21. Lebensjahr einen Antrag auf eine so genannte Beibehaltungsgenehmigung stellen. Damit können sie die ausländische Staatsangehörigkeit erhalten.“

Damit die Fristen nicht unterschätzt werden, schreibt die Einbürgerungsstelle erstmalig alle Betroffenen an, wenn sie 18 werden, und schlägt eine Terminvereinbarung vor. In einem individuellen Beratungsgespräch kann dann das weitere Vorgehen ausführlich besprochen werden. Die nächsten Anschreiben, in denen an die Optionspflicht erinnert wird, erreichen die Doppelstaatler mit achtzehneinhalb, zwanzigeinhalb, einundzwanzig und zweiundzwanzigeinhalb Jahren.

Sarah-Lena Glöckner, Elvira Menke und Kristina Linnemann heißen die Ansprechpartnerinnen in der Einbürgerungsstelle. Sie können bereits eine Bilanz der Reaktionen auf die ersten Schreiben ziehen: „Tendenziell scheinen sich die Optionspflichtigen für den deutschen Pass zu entscheiden. Denn bisher sind nur Erklärungen für die deutsche Staatsangehörigkeit abgegeben worden. Für die ausländische hat sich noch niemand entschieden.“ Sie bedauern, dass sich nicht alle Angeschriebenen gemeldet haben, und erinnern deshalb alle Betroffenen daran, einen Termin zu vereinbaren.

Sarah-Lena Glöckner ist unter der Telefonnummer 02921/302496,

Elvira Menke unter 02921/302662 und

Kristina Linnemann unter 02921/302089 zu erreichen.

Quelle: Kreis Soest