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Kreis Soest. „Die Potentiale der Generation 50plus müssen genutzt werden“, darüber waren sich die Redner beim Meeting Mittelstand im Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) einig.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft Kreis Soest (BVMW) hatte sie und seine Mitglieder eingeladen, um sich mit dem Thema „Generation 50plus – Potentiale oder altes Eisen?“ auseinanderzusetzen. Rund 40 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber waren dieser Einladung gefolgt und verfolgten interessiert die Redebeiträge.

Langfristig muss jedes Unternehmen einen Weg finden, individuell mit der demograph-ischen Entwicklung umzugehen“, sagte Peter Staudt, Kreisgeschäftsführer des BVMW. „Der Fachkräftemangel wird sich weiter zuspitzen. Daher ist es unbedingt notwendig, die Lern- und Leistungsfähigkeit von Älteren zu verbessern.“ Diesen Aspekt griff Thomas Schweins, Teamleiter und Projektkoordinator des Projektes „50+ aktiv“ beim Jobcenter in seinem Vortrag ebenfalls auf. „Die Generation 50plus hat aufgrund Ihrer Lebens- und Arbeitserfahrung dem Arbeitsmarkt einiges zu bieten. So überzeugt sie durch Zuverlässigkeit, Gelassenheit und Präzision.

An der Generation 50plus kommt kein Unternehmen mehr vorbei, waren sich die Redner und Veranstalter des Meetings Mittelstand einig (v. l.): Thomas Schweins (Jobcenter AHA), Michael Marr (Hella KGaA Hueck & Co), Bertram Schneider (Jobcenter AHA), Marcel Temme (Prospektiv), Peter Staudt (BVMW Kreis Soest) und Martin Steinmeier (Geschäftsführer des Jobcenters AHA). Foto: Elisabeth Nückel/AHA

Allerdings erfordere die längere Beschäftigung oder Wiedereinstellung älterer Arbeit-nehmer auch besondere Umstände. So sollten Arbeitsplätze altersgerecht eingerichtet und ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Generationen gewährleistet werden. Um auch ältere Arbeit suchende Frauen und Männer auf den Arbeitsmarkt vorzube-reiten, biete das Jobcenter mit „50+ aktiv“ ein Projekt an, das konkret auf die Bedürf- nisse dieser Altersgruppe eingeht und die Frauen und Männer gezielt anspricht und fördert.

Marcel Temme, Gerontologe und Mitarbeiter des Unternehmens prospektiv, unterstrich in seinem Redebeitrag die Lern- und Leistungsfähigkeit jeder Generation. „Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich weiter entwickeln und Neues er- lernen. Es ist nur wichtig, dass ein lernförderliches Arbeitsumfeld geschaffen wird.“ Anhand von Statistiken und Untersuchungen zeigte er auf, wie viel ungenutztes Potential in der Generation 50plus steckt und wie die anwesenden Personalverant-wortlichen dieses nutzen können. „Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Gleich-gewicht von Lernen und Gesundheit. Wer zufrieden und ausgeglichen ist, ist motivierter, etwas Neues zu lernen.

Dass sich die vorgeschlagenen Aspekte auch in der Praxis umsetzen lassen, ver- deutlichte Michael Marr, Personalverantwortlicher bei der Hella KGaA Hueck & Co. an den Standorten Hamm und Recklinghausen in seinem Vortrag. So wurden in seinem Bereich sämtliche betriebliche Abläufe an die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angepasst. „Durch altersgemischte Teams, verschiedene Schichtmodelle und körperschonende Arbeitsplätze versuchen wir, die Belastungen für unsere Mit- arbeiter zu reduzieren und ihre Leistungsfähigkeit somit zu erhalten. Doch nicht nur in diesen Bereichen muss ein Umdenken stattfinden, auch die Gesprächskultur und die Sensibilisierung für Stressthemen tragen langfristig zum Erhalt der Arbeitsleistung bei“, so Marr.

Quelle: AHA