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Kreis Soest (kso.2013.02.27.095.-rn). Frauen sollen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Das ist das erklärte Ziel von Competentia, dem Anfang 2012 eingerichteten Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland. Mit Arbeitsmarktdaten untermauerte Competentia-Leiterin Edeltraud Walter während der Sozialausschusssitzung am Donnerstag, 21. Februar, im Soester Perthes-Werk, wie wichtig die Anstrengungen sind, Hindernisse für weibliche Arbeitnehmer zu beseitigen.

Danach stellen Frauen nur einen Anteil von 43,4 Prozent an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Soest. Bei den 22.021 geringfügig entlohnten Beschäftigten sind die Frauen allerdings mit 15.680 in der deutlichen Mehrheit (Zahlen Oktober 2012). Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 2012 bei Männern 5,5 Prozent und bei Frauen 5,8 Prozent. Die absolute Zahl der gemeldeten Berufsrückkehrerinnen lag Ende des Jahres bei 317.

Um diese Situation zur verbessern, widmet sich Competentia der Netzwerkarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort und entwickelt Initiativen und Projekte für die Zielgruppen. So führt Competentia gemeinsam mit der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH das Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ weiter. Unternehmen, Verbände und Verwaltungen sollen dadurch für familienfreundliche Strukturen wie flexible Arbeitszeitmodelle oder ein familienfreundliches Betriebsklima sensibilisiert werden. Informationsveranstaltungen knüpfen da an und thematisieren zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Konkretes Ziel in Sachen Kinderbetreuung ist die Einrichtung einer so genannten „Großtagespflege“ in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen in Soest.

Bei der beruflichen Qualifizierung steht zurzeit die Inklusion von Frauen und Mädchen mit Behinderungen auf der Agenda, eine entsprechende Projektskizze liegt vor. Weitere frauenspezifische Projekte für die Regionen, die im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) förderfähig sind, sollen initiiert werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland und deren Geschäftsführerin Ursula Rode-Schäffer. Mit dem Regionalen Bildungsbüro Soest kooperiert Competentia beim „Übergang Schule und Beruf“ und bemüht sich um die Reduzierung der Hindernisse beim Berufseinstieg und um eine bessere Orientierung für Mädchen bei der Berufswahl. Unterstützt werden sollen insbesondere auch Mädchen mit Migrationshintergrund. In diesem Zusammenhang wirkt Competentia bei der Entwicklung von besonderen Förderangeboten zur Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund mit.

Für die 3,5 Stellen des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland (vier Mitarbeiterinnen beim Kreis Soest und zwei beim Hochsauerlandkreis) fließen bis Mitte 2015 rund 775.000 Euro vom Land NRW und aus dem NRW-Ziel Programm 2007-2013 (EFRE) der Europäischen Union (90-prozentige Förderung). Die Kofinanzierung in Höhe von 10 Prozent teilen sich die Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH und die WirtschaftsFörderungsGesellschaft Hochsauerlandkreis. Träger ist der Verein „Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland e. V.“ um den Vorstand Professor Dr. Volker Verch (Unternehmensverband Westfalen-Lippe), Maria Schulte-Kellinghaus (Kreis Soest) und Ulrich Bork (Hochsauerlandkreis).

Quelle: Kreis Soest