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Kreis Soest. Der Kreis Soest gehört zu einer Gruppe von acht Partnern, die für Berlin das Reiseinformations- und Navigationssystem m4guide entwickeln, von dem auch Blinde und Sehbehinderte profitieren sollen. Unter Leitung der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sind außerdem der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und Beteiligte aus Forschung sowie IT- und Verkehrsunternehmen mit im Boot.

Jetzt ist ein Zuwendungsbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über 890.000 Euro im Soester Kreishaus eingegangen. Der Anteil des Kreises Soest an der Arbeit wird damit zu 100 Prozent finanziert. Mit dem Navigationssystem m4guide sollen Blinde und Sehbehinderte mit Hilfe eines Smartphones zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicher zu ihren Zielen geführt werden. Dies soll nahtlos sowohl auf Fußwegen von der Haustür zum Beispiel zur nächsten geeigneten Bushaltestelle, in Bus und Bahn als auch innerhalb von Bahn- höfen geschehen. Neu ist insbesondere eine punktgenaue Ortung im Blindenstock-radius, eine Ortung und Navigation auch innerhalb von Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden, die Berücksichtigung von Hindernissen und Gefahrenstellen einge-schlossen. Die Technik ermöglicht die lückenlose und verkehrsmittelübergreifende Zielführung von Tür zu Tür über Sprache, akustische Signale, Vibration und stufenlose Vergrößerungen für Sehbehinderte.

Der Kreis Soest ist begehrter Partner, weil er gehöriges Know-How einbringen kann. Denn Teile der Entwicklungen, die Berlin jetzt anstrebt, hat er in Kooperation mit der Wirtschaft & Marketing Soest GmbH für Soest verwirklicht. Das „Soester Modell“ Guide4Blind bietet innerhalb der Stadt und der Region Soest für blinde und sehbehinderte Menschen einzigartige Möglichkeiten, die bisher in keiner anderen Stadt in Deutschland zu finden sind. „Ich freue mich über die Anfrage aus Berlin und die Beteiligung des Kreises Soest in einem so richtungsweisenden Projekt, von dessen Entwicklungen viele Menschen profitieren werden“, betont Landrätin Eva Irrgang.

Freuen sich über den Eingang des Zuwendungsbescheids für das Reiseinformations- und Navigationssystem m4guide, an dessen Entwicklung der Kreis Soest beteiligt ist (von links): Projektleiter Jörn Peters, Dezernent Winfried von Schroeder, Landrätin Eva Irrgang und Werner Schäfers, Abteilungsleiter (Liegenschaftskataster und Vermessung). Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Freuen sich über den Eingang des Zuwendungsbescheids für das Reiseinformations- und Navigationssystem m4guide, an dessen Entwicklung der Kreis Soest beteiligt ist (von links): Projektleiter Jörn Peters, Dezernent Winfried von Schroeder, Landrätin Eva Irrgang und Werner Schäfers, Abteilungsleiter (Liegenschaftskataster und Vermessung). Foto: Wilhelm Müschenborn/Pressestelle Kreis Soest

Im Kreis Soest ist geplant, die vorhandenen Entwicklungen aus Guide4Blind anzupassen und zu erweitern sowie in die regionalen Angebote des Tourismus, des ÖPNV (in Verbindung mit der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH) und in die öffentliche Infrastruktur zu integrieren. Zusätzlich sind Navigationsmöglichkeiten für den Innenbereich des Kreishauses, des Bahnhofes und an der Von-Vincke-Schule in Soest vorgesehen. „Wir versuchen im Kreis Soest eine Modellregion aufzubauen, die nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bedeutet“, erläutert Jörn Peters, im Katasteramt der zuständige Projektleiter. „In Deutschland leben 145.000 blinde und 1,2 Mio. sehbehinderte Menschen. Die Zahl der älteren sehbehinderten Personen steigt kontinuierlich.

Die Projektpartner sind im Einzelnen: Beratungsgesellschaft für Leit-, Informations- und Computertechnik GmbH (BLIC), Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV), Fichtenberg Oberschule Berlin, (Assoziierter Partner) , Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, FOKUS, HaCon Ingenieurgesellschaft mbH, IVU Traffic Technologies AG, Kreis Soest, Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (assoziierter Partner), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin, VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH.

Der Ansprechpartner in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt heißt Michael Beer, Telefon 030/90251431, Kontaktperson beim Kreis Soest ist Jörn Peters, Telefon 02921/302364.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest