Klingenthal. WĂ€hrend in der Vogtland Arena noch die AufrĂ€um- und Abbauarbeiten nach dem Skisprung-Weltcup am vergangenen Mittwoch laufen, hat Veranstalter VSC Klingenthal seine Bilanz gezogen. âEs war, einmal mehr, ein sehr erfolgreicher Weltcupâ, schĂ€tzt GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander Ziron ein.
âOrganisatorisch hat bis auf kleinere Pannen hinter den Kulissen alles funktioniert. Vor allem fĂŒr die Zuschauer waren Ablauf und Wettkampf eine runde Sache. Das hat man auch an der Stimmung in der Arena gespĂŒrt.â Ziron weiter: âNatĂŒrlich gab es schon Zeiten, in denen doppelt so viele Zuschauer zu einem Skisprung-Weltcup kamen. Aber gerade im direkten Vergleich mit den Einzelwettbewerben in Oberstdorf und Willingen haben wir wieder sehr viele Zuschauer mobilisiert.â

Die Kinder und Jugendlichen aus der âTannenmĂŒhleâ in Erlbach erlebten einen unvergesslichen Abend beim Weltcup â und sammelten unzĂ€hlige Autogramme. Foto: privat
WĂ€hrend 12.500 Zuschauer zum Einzelfliegen nach Oberstdorf und etwa 16.000 Zuschauer zum Einzelspringen nach Willingen kamen, haben die VogtlĂ€nder mit mehr als 10.000 Zuschauern erneut fĂŒr eine beachtliche Kulisse zur Wochenmitte gesorgt. Mit der Welcome-Party am 1. Februar auf dem Klingenthaler Marktplatz und der Qualifikation am 2. Februar erlebten so mehr als 17.000 Zuschauer die besten Skispringer der Welt. Die Live-Ăbertragung in der ARD sorgte auĂerdem fĂŒr deutlich mehr mediale PrĂ€senz als im vergangenen Jahr. Da entschied sich die ARD lediglich fĂŒr die DirektĂŒbertragung in den dritten Programmen. âDa haben uns natĂŒrlich die starken Ergebnisse, speziell von Pascal Bodmer und Andreas Wank, in die Karten gespielt. Und das Comeback von Martin Schmitt tat sein ĂŒbrigesâ, schĂ€tzt Ziron.
Unmittelbar nach Bekannt werden der RĂŒckkehr des Vize-Weltmeisters brach vor allem ein medialer Ansturm auf die Organisatoren los. Die Privatsender RTL und N 24 reisten eigens fĂŒr ein PressegesprĂ€ch mit Schmitt am Abend der Qualifikation ins Vogtland, die gröĂten Tageszeitungen wie Frankfurter Allgemeine und SĂŒddeutsche schickten kurzfristig ihre Korrespondenten nach Klingenthal. Das Pressezentrum platzte so zwar beinah aus allen NĂ€hten, die FlexibilitĂ€t des VSC im Akkreditierungsverfahren fĂŒr die Journalisten brachte dennoch Lob aus ganz Deutschland ein. Und eine umfangreiche Berichterstattung in der gesamten Republik.
Wunschlos glĂŒcklich freilich sind die Klingenthaler dennoch nicht. Alexander Ziron: âManchmal wĂŒrden wir schon gern die Zeit zurĂŒck drehen. Vor vier oder fĂŒnf Jahren bedeutete ein Skisprung-Weltcup noch garantierte Einnahmen im sechsstelligen Bereich. Das geht natĂŒrlich allen Veranstaltern so. Aber etablierte Weltcup-Orte, die in den fetten Jahren gut gewirtschaftet haben, können auch heute noch auf diese Reserven zurĂŒck greifen. So ein kleines Finanzpolster auf der hohen Kante wĂŒrde sicher auch uns das Leben leichter machen – und die Nerven in der Vorbereitung schonen.â
Nichtsdestotrotz geht der Blick nach vorn. Geht es nach dem VSC, soll im Oktober wieder der schon zur Tradition gewordene Sommer Grand Prix der Springer in die Vogtland Arena kommen. FĂŒr den kommenden Winter bleibt bei der Team Tour voraussichtlich noch alles beim Alten. Start in Willingen, dann gehtâs ĂŒber Klingenthal weiter nach Oberstdorf. Im Winter 2011/2012 wird dann nach vorlĂ€ufiger Planung des Internationalen Skiverbandes FIS das österreichische Bad Mitterndorf mit der Flugschanze am Kulm den Oberstdorfer Platz einnehmen.
Und spĂ€testens dann möchte der VSC Klingenthal auch wieder Gastgeber im Weltcup der Nordisch Kombinierten sein. Immerhin: Im vorlĂ€ufigen Kalender der FIS ist fĂŒr die Saison 2011/2012 auch erstmals eine Team Tour der Kombinierten vorgesehen, mit Ramsau, Seefeld – und Klingenthal. âRace-Direktor Walter Hofer hat diese Idee ja bereits vor anderthalb Jahren in Klingenthal vorgestellt. Und er kennt die Liebe der VogtlĂ€nder fĂŒr die Kombination. Wir sind gespannt, ob sich das umsetzen lĂ€sst.â
GlĂŒcklich waren am vergangenen Mittwoch jedenfalls mindestens 37 Kinder und Jugendliche aus dem Kinderheim TannenmĂŒhle in Erlbach. Als Gewinner eines Plakatwettbewerbs wurden sie vom VSC zum Weltcup eingeladen und erlebten einen unvergesslichen Abend. âDanke, danke, danke! Die Einladung zu eurem Weltcup war eines der schönsten Events, das den Kids aus der TannenmĂŒhle je geboten wurde. Das hat echt nachhaltige Wirkung auf alle. Wir haben uns in eurer Obhut pudelwohl gefĂŒhltâ, bedankte sich Betreuer Tino Koch am Tag danach. âNun haben wir sogar noch eine super Erinnerung an den Tag – weil sich etliche der Springer mit einem Autogramm auf unserem Plakat verewigt haben!â
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am 9. Feb 2010 und wurde einsortiert unter:
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