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Offenbach. In höher gelegenen Regionen Deutschlands, oberhalb von etwa 400 m, hat es bereits geschneit und muss mit weiterem Neuschnee gerechnet werden. In den Mittelgebirgen gab es teilweise schon mehr als 10 cm Neuschnee. Auch in den nächsten Tagen bleibt es deutschlandweit nasskalt.

Selbst im Flachland können Straßen und Wege nachts glatt werden. Da müssen Verkehrsteilnehmer im Radio mit Meldungen rechnen, die vor „streckenweiser Behinderung durch überfrierende Nässe oder Reifglätte, in höheren Lagen Schneeglätte und örtlich gefährlichem Glatteis“ warnen. Damit sich Streudienste, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer auf solche winterlichen Gefahren rechtzeitig einstellen können, gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der kalten Jahreszeit auch amtliche Glättewarnungen heraus.

Die Ursachen für das Entstehen von Straßenglätte können sehr unterschiedlich sein. „Wir können die meteorologischen Bedingungen für das Entstehen von Glätte vorhersagen und davor warnen. Wie es auf einzelnen Straßenabschnitten im Detail aussieht, hängt aber vom Einsatz der Räum- und Streudienste ab“, erläutert Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das Zusammenspiel von Deutschem Wetterdienst und den Winterdiensten bei winterlichen

Wetter- und Straßenverhältnissen. Die Glättewarnungen des nationalen Wetterdienstes werden wenn möglich für einzelne Landkreise herausgegeben. Friedrich empfiehlt, sich bei entsprechenden Wettersituationen im Internet unter dem Link www.dwd.de/ warnungen über Glättewarnungen zu informieren oder sie dort kostenfrei zu abonnieren und im Radio die aktuellen Meldungen über Verkehrsbehinderungen zu verfolgen.

Erläuterungen zu Warnungen vor Glätte, Schneefall und Schneeverwehungen

Glätte und Glatteis beruhen typischerweise auf der Kombination mehrerer meteoro-logischer Parameter wie Luft- und Bodentemperatur sowie Niederschlag oder Feuchtigkeit. Gefrierender Regen, Glätte durch Schneefall oder Glätte durch Überfrieren von Nässe – also bei zuvor gefallenem Niederschlag – sind mithilfe von Wettervorher-sagemodellen gut prognostizierbar. Damit können die DWD- Meteorologen vor diesen gefährlichen Wetterfolgen frühzeitig und lokal warnen. Für Verkehrsteilnehmer gefährliche Glätte ist aber auch möglich, wenn keine der beschriebenen meteoro-logischen Voraussetzungen gegeben sind. Sie kann zum Beispiel durch die Alterung einer Schneedecke, das Festfahren von Schnee oder sehr lokal in ungünstigen Lagen wie Senken, Tälern oder auf Brücken auftreten. In solchen Fällen kann der DWD keine Glätte-Warnungen für Landkreise herausgeben. Stattdessen werden Hinweise in die Warnlageberichte und in die Beschreibung des Wetterverlaufs eingearbeitet.

Bei Schneefall warnt der DWD vor verschiedenen Intensitäten. Das reicht von Wetterwarnungen vor leichtem Schneefall von 5 cm in 6 Stunden bis zur Warnung vor extremem Unwetter mit mehr als 25 cm in 12 Stunden. Gewarnt wird auch vor Schneeverwehungen, die zeitgleich mit Schneefall auftreten können, sowie vor Verwehungen ohne Neuschnee, wenn eine lockere Schneedecke durch starken Wind aufgewirbelt wird.

Glättewarnungen in drei Warnstufen

Amtliche Glättewarnungen (im Internetauftritt des DWD in gelber Farbe gekennzeichnete Wetterwarnungen) treten schon in Kraft bei erwarteten Behinderungen durch überfrierende Nässe nach starker Taubildung, durch sehr starke Reifablagerungen oder bei vorhandener frischer Schneedecke. Die erwartete Wetterentwicklung ist nicht ungewöhnlich, trotzdem können wetterbedingt Gefährdungen auftreten. Bei Aktivitäten im Freien empfiehlt der DWD sich regelmäßig über die weitere Wetterentwicklung zu informieren und sein Verhalten entsprechend anzupassen.

Eine amtliche Warnung vor örtlich auftretendem Glatteis oder gefährlicher Straßenglätte (im Internetauftritt des DWD in Orange/Ocker dargestellte markante Wetterwarnung) wird heraus gegeben bei kurzzeitig oder kleinräumig erwartetem Glatteis durch gefrierenden Regen oder Sprühregen oder auch bei Auftreten von überfrierender Nässe mit erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die erwartete Wetterentwicklung ist nicht ungewöhnlich, aber gefährlich.

Es können vereinzelt oder örtlich starke Gefährdungen auftreten. Der DWD empfiehlt sich regelmäßig über die Wetterentwicklung zu informieren, und riskantes Verhalten zu vermeiden.

Die gefährlichste Variante einer Glättewarnung ist die amtliche Unwetterwarnung vor Glatteis (im Internetauftritt des DWD in Rot dargestellt). Voraussetzung hierfür ist eine verbreitete Glatteisbildung am Boden oder an Gegenständen durch gefrierenden Regen oder Eisregen, im Einzelfall auch bei verbreitetem Auftreten von überfrierender Nässe mit erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die erwartete Wetterentwicklung ist sehr gefährlich. Es können wetterbedingt verbreitet starke Gefährdungen sowie erhebliche Verkehrsbehinderungen im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr auftreten. Auch hier empfiehlt der DWD sich regelmäßig über die Wetterentwicklung zu informieren. Aufenthalte im Freien oder Autofahrten sollten vermieden werden.

Quelle: Pressestelle des Deutschen Wetterdienst