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Hochsauerlandkreis. 3, 2, 1 – auf die Räder! Radausflüge im Hochsauerlandkreis sind so einfach und spontan möglich wie nie zuvor. „Radeln nach Zahlen“ heißt das Prinzip des neuen Knotenpunktsystems, das Radwege in der Fläche optimal vernetzt und einheitlich beschildert: die signalroten, nummerierten „Kontenpunkthütchen“ weisen ab sofort den richtigen Weg.

Knotenpunktsystem

Das Knotenpunktsystem ist ein Baustein des „Radnetzes Südwestfalen“ – einem Förderprojekt der REGIONALE 2013 – im Sauerland und Siegerland-Wittgenstein. Die Idee dahinter: Radwege wie der RuhrtalRadweg, der SauerlandRadring, der Ruhr-Sieg-Radweg und Co. zu verbinden und Radlern im Alltag und in der Freizeit die Fahrt zu vereinfachen.

v.l.: Ulrich Bork (Vorsitzender Sauerland-Radwelt), Landrat Dr. Karl Schneider und Gesa Stewes (Projektbüro Sauerland-Radwelt) teilen mit: Die Beschilderung für das Knotenpunktsystem im Radnetz Südwestfalen ist jetzt im Hochsauerlandkreis fertiggestellt. Foto: © Radnetz HSK

v.l.: Ulrich Bork (Vorsitzender Sauerland-Radwelt), Landrat Dr. Karl Schneider und Gesa Stewes (Projektbüro Sauerland-Radwelt) teilen mit: Die Beschilderung für das Knotenpunktsystem im Radnetz Südwestfalen ist jetzt im Hochsauerlandkreis fertiggestellt. Foto: © Radnetz HSK

Beschilderung und Infotafeln

Die Beschilderung im Hochsauerlandkreis ist als erster Kreis in Südwestfalen nun fertiggestellt. Das Radnetz wurde in eine Wabenstruktur eingeteilt. An den Eckpunkten jeder Wabe ergeben sich ‚Knotenpunkte‘, von denen aus ist die Weiterfahrt in mehrere Richtungen möglich. Die Knotenpunkte sind durchnummeriert, danach können sich Radfahrer gut orientieren. Der Radler merkt sich die Nummer oder schreibt sich vorab eine Zahlenfolge auf – und folgt dann der entsprechenden Beschilderung. Die Radtour lässt sich nach diesem System flexibler gestalten – je nachdem, wie viel Puste, Zeit oder Lust dem Radler noch bleibt. Ergänzend zeigen Informationstafeln den aktuellen Standort am Knotenpunkt mit Ortsnamen, Kartenausschnitt, einem Infotext und dem QR-Code sowie der nächstgelegenen Tourist-Information.

Im ersten Schritt wurde das landesweite Radverkehrsnetz durch ein externes Gutachterbüro grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt. Unfallschwerpunkte mit Radfahrern wurden identifiziert und aus dem Netz genommen. Außerdem wurde es nach touristischen Gesichtspunkten ergänzt und verdichtet. Alle Abstimmungen wurden in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Städte und Kommunen im Hochsauerlandkreis getätigt. Kommunale Routen wurden in das Netz integriert.

So sehen die Knotenpunkte des Radnetzes Südwestfalen aus. Foto: © Radnetz HSK

So sehen die Knotenpunkte des Radnetzes Südwestfalen aus. Foto: © Radnetz HSK

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten für Planung, Installation und Material der Beschilderung werden sich im Hochsauerlandkreises auf rund 250.000 Euro belaufen, wobei 70 % vom Land NRW übernommen werden.

Die touristische Inwertsetzung wurde koordiniert und umgesetzt durch die „Radwerkstatt Sauerland – Siegerland-Wittgenstein“, die bei der Sauerland-Radwelt e.V. in Bad Fredeburg angesiedelt war und wofür Kosten von rund 235.000 Euro entstanden sind. Hier wurden insbesondere die Informationstafeln entwickelt und produziert. Die Mittel stammen zu 70 Prozent aus EU- und Landesmitteln, die restlichen 30 Prozent finanzieren die fünf Landkreise in Südwestfalen.

Insgesamt wurden und werden 320 Infotafeln (davon 190 große Tafeln im Holzgestell und 130 kleine Tafeln zur Befestigung am Metallpfosten) aufgestellt. In den Kreisen Soest, Olpe, Mark und Siegen-Wittgenstein soll das Projekt dann bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Information

Weitere Informationen zum Knotenpunktsystem und den Radtouren in Sauerland und Siegerland-Wittgenstein findet man unter www.radeln-nach-zahlen.de. Außerdem gibt es eine sehr informative Broschüre im Booklet-Format zum Thema Tourenradfahren, welche eine ausklappbare Übersichtkarte der Region beinhaltet.

Informationstafeln zeigen den aktuellen Standort am Knotenpunkt mit Ortsnamen, Kartenausschnitt, einem Infotext und dem QR-Code sowie der nächstgelegenen Tourist-Information. Foto: © Radnetz HSK

Informationstafeln zeigen den aktuellen Standort am Knotenpunkt mit Ortsnamen, Kartenausschnitt, einem Infotext und dem QR-Code sowie der nächstgelegenen Tourist-Information. Foto: © Radnetz HSK

Landrat Dr. Karl Schneider zeigte sich bei einem Ortstermin vom Knotenpunktsystem, das bereits seit Jahren erfolgreich in den Niederlanden und im Münsterland verwandt wird, angetan. „Dadurch werden der Hochsauerlandkreis und damit die Tourismusregion Sauerland noch attraktiver für Radtouristen, aber auch die Sauerländer profitieren von einer immer besseren Radinfrastruktur. Ich danke allen Akteuren, vor allem der Sauerland-Radwelt e.V., den Städten und Gemeinden und dem Landesbetrieb Straßen.NRW für die gute Zusammenarbeit bei der Projektumsetzung. Besonders freut es mich, dass das Radnetz Südwestfalen in jeder der 59 Städte und Gemeinden in Südwestfalen umgesetzt wurde.

Ulrich Bork als Vorsitzender der Sauerland-Radwelt e.V. hob noch die wachsende Bedeutung des Radtourismus im Sauerland hervor, die durch die weitere Marktdurchdringung mit E-Bikes noch beflügelt wird. „In einer Studie wurde 2013 ein Bruttoumsatz durch den Radtourismus im Sauerland von 66,1 Mio. Euro ermittelt. Dazu tragen 3,7 Mio. Tagesausflüge und 400.000 Rad fahrende Übernachtungsgäste bei. Diese Wertschöpfung wollen wir in der Zukunft, unter anderem auch durch das Radnetz Südwestfalen, noch steigern. Daneben haben wir in der Bike Arena Sauerland weiterhin hochattraktive Angebote für die Mountainbiker und die Rennradfahrer.

Quelle: Pressestelle Hochsauerlandkreis