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Hochsauerlandkreis. Hochbegabte sind keine Sonderlinge – dies war ein Fazit von Prof. Dr. Detlef H. Rost vom Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg und Begabungsdiagnostischen Beratungsstelle BRAIN. Prof. Rost referierte auf Einladung der Regionalen Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis und der Bezirksregierung Arnsberg vor 80 Fachleuten aus dem Schulbereich im Kreishaus Meschede zu dem Thema „Hochbegabung – Fakten und Mythen“.

In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Rost die „Hochbegabung“ aus wissenschaftlicher Perspektive. Ausgehend von den aktuellen Forschungsbefunden der seit 1987 laufenden Marburger Hochbegabtenstudie wurden folgende Themen angesprochen: Was ist „intellektuelle Hochbegabung“?, Wie bedeutsam ist die allgemeine Intelligenz für den Schul- und Lebenserfolg?, Unterscheiden sich Hochbegabte von Normalbegabten?, Welche sinnvollen Fördermaßnahmen gibt es für Hochbegabte? Die Festlegung der Hochbegabung ab einem Intelligenzquotient von 130 ist eine weltweite Vereinbarung. Somit sind rund 2,5 Prozent aller Menschen hochbegabt.

v.l.n.r.: Michael Berens (Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle), Prof. Dr. Detlef H. Rost und Peter Kurtenbach (Leitender Regierungsschuldirektor). Foto: Pressestelle HSK

Prof. Rost räumte mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, „dass Hochbegabte anders ticken als Normalbegabte“, denn es komme zu keinem qualitativen Sprung im Denken ab einem Intelligenzquotienten von 130. Ein wichtiges Resultat seiner seit 1987 laufenden Studie sei, so Prof. Rost weiter, dass Hochbegabung generell einen Schutz-faktor für Schulerfolg und Lebenszufriedenheit darstelle, denn Hochbegabte seien psychisch ebenso stabil wie andere Menschen. Zudem erreichen sie im Erwachsenen- alter eine leicht erhöhte Lebenszufriedenheit und einen besseren Gesundheitsstatus. Außerdem seien sie im Vergleich zu Normalbegabten auch nicht öfters Sonderlinge oder Einzelgänger.

Quelle: Pressestelle HSK