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Hochsauerlandkreis (ots). Unter diesem Slogan steht eine Präventionswoche der Polizei Nordrhein-Westfalen gegen Taschendiebstähle vom 29. September 2014 bis zum 04. Oktober 2014.  Taschendiebstahl? Betrifft mich nicht denken Sie? In einem Punkt haben Sie recht, wenn Sie so denken. Die Fallzahlen im Hochsauerlandkreis sind im Landesvergleich gering und in den letzten Jahren annähernd stabil geblieben. Doch auch hier im Land der tausend Berge kommt es zu diesen Straftaten. Und eines ist klar: Die Gefahr, Opfer von Taschendieben zu werden ist real. Und sie vergrößert sich an beliebten Urlaubsorten im Ausland oder auch in größeren Städten.

Einige Beispiel: Ein beliebiger Supermarkt in einer der zwölf Städte und Kommunen des Kreises: Schnell noch nach der Arbeit in den Laden, um ein paar schnelle Besorgungen für das Wochenende zu erledigen. Kurz vor der Kasse stellen Sie fest, dass Sie eine Kleinigkeit vergessen haben. Der Einkaufswagen mit Ihrer Handtasche stand nur für einen Augenblick unbeobachtet neben dem Regal, bis Sie auch den letzten Artikel von Ihrer Liste in den Wagen gelegt haben. An der Kasse müssen Sie feststellen, dass jemand diesen kurzen Moment genutzt hat, um Ihr Portemonnaie zu stehlen.

Oder auf dem Schützenfest? In geselliger Runde vor der Theke, das Gedränge ist groß. Da kann es schon mal passieren, dass man aus Versehen angerempelt wird. Und der nette Mann hat sich ja freundlich entschuldigt. Zu Hause dann der Schreck. Das Handy, das in der Außentasche der Jacke steckte ist spurlos verschwunden. Gestohlen von dem netten, unauffälligen Mann, der Sie vor der Theke leicht angerempelt hat.

Logo der Kampagne gegen Taschendiebstahl. Grafik: © KPB HSK (newsroom)

Logo der Kampagne gegen Taschendiebstahl. Grafik: © KPB HSK (newsroom)

Eine besonders trickreiche und mit großer Fingerfertigkeit durchgeführte Masche besteht darin, dass Fußgänger aus einem Auto heraus nach dem Weg gefragt werden. Nach der hilfsbereit gegebenen Auskunft möchte sich der Beifahrer bedanken, indem er seinem Opfer eine Kette schenken will. In dem Moment, in dem sich das Opfer zur Fensterscheibe herunterbeugt, bekommt es auch eine billige Kette umgehängt. Zeitgleich jedoch verschwindet der echte und teure Halsschmuck Spurlos vom Hals des ahnungslosen Opfers.

Grundsätzlich ist festzustellen: Taschendiebe sind im gesamten Jahr aktiv. Sie nutzen Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen für ihre Zwecke und bestehlen ihre Mitmenschen zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen, Flughäfen und in Fußgängerzonen. In vollen Geschäften, auf Volksfesten und auf Weihnachtsmärkten finden sie Anonymität in der Menschenmenge und eine große Auswahl an möglichen Opfern.

Und die Diebe zu erkennen ist schwer. Sie sind männlich und weiblich, sowohl jung als auch bereits älter. Und die Methoden der Trickdiebe sind vielfältig: Sie rempeln ihre Opfer „aus Versehen“ an, bleiben plötzlich stehen, so dass dahinter gehende Passanten auf sie prallen, ein Täter spricht das Opfer unter einem fadenscheinigen Vorwand an und ein zweiter Täter nutzt die Ablenkung, aus der Kleidung oder einer Tasche des Opfers Wertgegenstände zu stehlen. Ein weitere Variante ist die Frage nach dem Weg oder die Bitte um eine Spende, bei der ein Stadtplan oder ein Zettel dem Opfer so vorgehalten werden, dass es nicht sieht, wie der Diebstahl durchgeführt wird. Oder bei der Bitte Geld zu wechseln verschwindet das Scheingeld blitzschnell und unauffällig aus dem Portemonnaie des Bestohlenen. Und so schnell die Diebe gekommen sind, verschwinden sie auch wieder im Menschengedränge. Bei all den Möglichkeiten bleibt aber eines stets gleich: Die Diebe nutzen sorgloses und unachtsames Verhalten ihrer Opfer, aber auch deren Hilfsbereitschaft aus!

Hier einige Tipps, um sich vor Taschendiebstählen zu schützen:

  • Seien Sie aufmerksam und bleiben Sie misstrauisch, wenn Sie von Unbekannten angesprochen werden.
  • Wertsachen gehören nicht in eine Handtasche, sondern eng an der Körper in verschließbare Innentaschen der Oberbekleidung.
  • Handtaschen sollten stets verschlossen sein. Bei seitlichen Verschlüssen sollten Sie die Tasche so tragen, dass der
    Verschluss in Richtung Körper liegt.
  • Rucksäcke sollten in belebten Bereichen nicht auf dem Rücken, sondern unter dem Arm getragen werden.
  • Sobald Sie sich setzten, stellen Sie Taschen und Rucksäcke zwischen Ihre Füße und hängen Sie sie nicht an die Stuhllehne.
  • Nehmen Sie nur soviel Bargeld mit, wie Sie benötigen.
  • Legen Sie Wertgegenstände wie Mobiltelefone oder Portemonnaies nicht auf Flächen wie Tischen oder Theken ab.
  • Notieren Sie niemals die PIN ihrer Geldkarten oder die Zugangskennungen Ihres Mobiltelefons.
  • Schreiben Sie sich die Individualnummern Ihrer Wertgegenstände wie zum Beispiel vom Handy und Ihren Kredit- und EC-Karten auf  (IMEI). Bewahren Sie diesen Zettel zu Hause auf.
  • Behandeln Sie Kreditkarten und EC-Karten wie Bargeld.
  • Werden Sie Zeuge eines Taschendiebstahls, machen Sie lauf Ihre Umgebung auf sich und den Täter aufmerksam. Bringen Sie sich nicht selber in Gefahr.
  • Stellen Sie sich der Polizei als Zeuge zur Verfügung und unterstützen Sie so die Opfer.
  • Sollte Ihnen Schlüssel von Häusern oder Fahrzeugen gestohlen worden sein, lassen Sie schnellstmöglich die Schlösser austauschen.
  • Sollte es zu einem Diebstahl gekommen sein oder kommt Ihnen etwas verdächtig vor, wählen Sie bitte sofort den Notruf 110.

Informieren Sie sich unter www.nrw-gegen-taschendiebe.de, www.polizei.nrw.de oder www.polizei-beratung.de. Denn einige Dinge sollten Sie sich nicht nehmen lassen!

Quelle: Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis
Grafik: Grafik: © KPB HSK (newsroom)