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Eslohe (BG Bau). Mit großem Elan unternahmen Auszubildende in der Zentralen Ausbildungsstätte des Dachdeckerhandwerks Westfalen in der Lorenz-Burmann-Schule eine Reihe bunter Aktivitäten für Sicherheit im Straßenverkehr. Fachleute der Abteilungen Prävention und Arbeitsmedizin der Berufsge-nossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) unterstützen sie dabei.

Anlass des Aktionstages: Viele tausend oft schwere Unfälle erleiden junge Berufstätige jedes Jahr bei Arbeits-, Dienst- und Wegeunfällen im Straßenverkehr.

Junge Autofahrer verunglücken häufiger als Angehörige anderer Altersgruppen. Gründe sind vor allem fehlende Erfahrungen und erhöhte Risikobereitschaft. Gerade junge Menschen gefährden sich und andere im Straßenverkehr. Deswegen wendet sich die BG BAU mit einer Aktion an den Nachwuchs der Branche. Die jungen Beschäftigten sollen dabei auch angeregt werden, Fahrsicherheitstrainings zu absolvieren oder Seminare der BG BAU, zum Beispiel über richtige Ladungssicherung, zu besuchen.

Dachdeckerlehrling Kevin Bauckloh (20), 2. Lehrjahr am Fahrsimulator, mit dem Problem- und Stress-Situationen simuliert werden. Foto: BG Bau

Ein Kernstück des Aktionstages ist der Test des Reaktionsvermögens in der Pkw-Kabine eines High-Tech- Fahrsimulators. Wirklichkeitsnah mussten zahlreiche konkrete Gefahrensituationen im Straßenverkehr gemeistert werden. Praxisnah lernten die jungen Beschäftigten wichtige Hilfsmittel und Methoden kennen, um Ladung auf Handwerkerfahrzeugen wirksam zu sichern. Manche Auszubildende erlebten beim Test der Arbeitsmediziner mit der Rauschbrille eine böse Überraschung, weil schon wenige Promille das Seh- und Reaktionsvermögen stark einengen.

Die Fachleute der BG BAU vermittelten den Auszubildenden medial gestützt Inform-ationen, wie unter Stress und Zeitnot brisante Situationen im Straßenverkehr zu umgehen sind. So sind etwa Ablenkungen, wie laute Musik, Telefonate und über- müdetes Fahren im Auto zu vermeiden. Ein Tabu ist natürlich jeder Konsum von Drogen und Alkohol vor und während der Fahrt. Stress kann bewältigen, so lernten die Jugendlichen, wer bei-spielsweise seine Fahrt rechtzeitig plant und startet, regelmäßige Pausen mit Bewegung einlegt und auf der Straße genügend Abstand zum Vordermann wahrt. Dringend zu vermeiden ist aggressives Fahrverhalten, etwa drängeln, abruptes Spurwechsel, riskante Überholmanöver und ständiges links fahren.

Burak Yilmaz (19) und Dachdeckerlehrling im 2. Lehrjahr, versucht, auf einer Linie zu gehen und Bälle auf eine Ablagefläche zu legen. Foto: BG Bau

Ein launiges Multimedia- Quiz vermittelte den jungen Leuten zudem lebenswichtige Regeln. Wie verhängnisvolle Fehler auf der Straße vermieden werden. Dazu gehört es, die Geschwindigkeit der Situation und Verkehrslage anzupassen.

Zahlen sprechen deutliche Sprache

Über 27.500 Arbeits-, Dienst- und Wegeunfälle im Straßenverkehr mit jungen Beschäftigten im Alter zwischen 18 und 26 Jahren registrierten die gewerblichen Berufsgenossenschaften im Jahr 2009. Allein die BG BAU registrierte knapp 1.700 solcher Unfälle im Straßenverkehr mit jungen Beschäftigten zwischen 18 und 26.

Alle gewerblichen Berufsgenossenschaften zahlten im Jahr 2009 über 261 Millionen Euro für Heilbehandlungen, Rehabilitationen und Renten an Beschäftigte zwischen 18 und 26 Jahren, die in den Vorjahren durch Arbeits-, Dienst- und Wegeunfälle im Straßenverkehr verletzt wurden. Die BG BAU zahlte 2009 für den gleichen Zweck mehr als 37 Millionen Euro.

Ein dunkles Bild zeigt sich für junge Beschäftigte zwischen 18 und 26 Jahren bei tödlichen Unfällen: Wie die ge¬werblichen Berufsgenos-senschaften registrierten, waren in den Jahren 2000 bis 2009 über 82 Prozent aller Arbeitsunfälle Arbeits-, Dienst- und Wegeunfälle im Straßenverkehr. Die BG BAU stellte fest, dass im gleichen Zeitraum rund 66 Prozent aller Arbeitsunfälle bei jungen Leuten solche im beruflich bedingten Straßenverkehr waren.

Quelle: BG Bau