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Brilon (ots). Am Montagnachmittag [07. Juli 2014] befand sich ein 76 Jahre alter Mann zwischen 14:00 Uhr und 15:00 Uhr in der Innenstadt von Brilon. Als er sich im Bereich der Marktstraße befand, wurde er von einer jungen Frau angehalten. Diese hielt ihm einen Zettel vor, auf dem zu lesen stand, dass die Frau taubstumm sei.

Mit Handzeichen verdeutlichte sie dem Mann ihr Bitte um Spenden. Dieser zeigte sich bereit, entsprechende Unterstützung zu leisten und gab der Spendensammlerin einen Geldschein. Anschließend trennten sich die Wege der beiden Personen wieder, jedoch nicht ohne dass sich die junge Frau deutlich verbal! bei dem Spender bedankt hatte. Erst einige Zeit später bemerkte der 76-Jährige, dass die angeblich Taubstumme augenscheinlich doch sprechen kann.

Am folgenden Dienstag [08. Juli 2014] kam noch eine weitere Feststellung hinzu: Bei der Betrügerin handelte es sich auch noch um eine Trickdiebin, die bei der Übergabe der Spende weiteres Bargeld unbemerkt aus dem Portemonnaie gestohlen hat, in dem sie den Zettel, den sie dem Mann vorher gezeigt hatte, geschickt über die Geldbörse gehalten hat und dem Spender so die Sicht versperrte. Der Bestohlene beschrieb die Täterin als zwischen 16 und 18 Jahre alt, etwa 165 Zentimeter groß und mit dunklen Haaren. Die Kripo fragt jetzt: Wer hat die junge Frau in Brilon gesehen? Wer ist noch angesprochen worden? Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizei Brilon unter 02961-90200.

Dieser Vorfall zeigt erneut sehr deutlich, dass es sich bei diesen Spendensammlerinnen, die vornehmlich aus Osteuropa stammen, in den meisten Fällen um Betrügerinnen und Trickdiebinnen handelt. Die angeblichen Behinderungen – in der Regel geben die Personen vor taubstumm zu sein – sind allesamt nur vorgetäuscht, um Mitleid zu erregen und ihre meist älteren Opfer zu Spenden zu bewegen. In dem Moment, in dem die gutherzigen Spender ihr Portemonnaies herausholen, wird diesen die Sicht versperrt und Geld aus dem Portemonnaie gestohlen. Um die Sicht der Opfer zu behindern werden oftmals mitgebrachte Klemmbretter oder Zettel benutzt.

Die Polizei rät eindringlich dazu, sich nicht auf diese Spendenbitten einzulassen. Spenden Sie ersatzweise bargeldlos an Institutionen Ihres Vertrauens. Wenn Sie auf der Straße angesprochen und um Spenden gebeten werden, halten Sie einen größtmöglichen Abstand und lassen Sie sich keinesfalls umarmen. Achten Sie auf Wertgegenstände, die Sie bei sich haben. Werden Sie bedrängt, machen Sie Passanten auf sich aufmerksam oder begeben Sie sich in das nächstgelegene Geschäft und informieren Sie umgehend Ihre Polizei.

Quelle: Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis