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Kreis Soest. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Neben Kompli-kationen wie Lungen- oder Mittelohrentzündung kommt es etwa bei jeder 1.000 Erkrankung zu einer Entzündung des Gehirns. Sie kann tödlich enden oder zu bleibenden körperlichen Schäden führen.

Da immer wieder werden Masernausbrüche gemeldet werden, zuletzt Anfang Mai auch in den Nachbarkreisen Unna und Hochsauerland, rät das Gesundheitsamt des Kreises Soest vor den bevorstehenden Sommerferien zur Impfung.

Masern gelten zwar als Krankheit des Kindesalters, aber immer häufiger erkranken Jugendliche und junge Erwachsene, denn gerade in dieser Altersgruppe bestehen die größten Impflücken“, warnt Dr. Elisabeth Mugrauer, Amtsärztin und Kinderärztin im Gesundheitsamt. Sie empfiehlt daher dringend, den Impfschutz von Masern zu überprüfen und die notwendigen Impfungen bei Kindern und auch Erwachsenen nachholen zu lassen. Gegen Masern werde eine zweimalige Impfung, am besten in Kombination mit Mumps und Röteln (MMR-Impfung) empfohlen.

Impfen lassen sollten sich auch Erwachsene, die selbst noch keine Masern durch-gemacht haben“, stellt Dr. Mugrauer heraus. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch- Institut in Berlin eine Erweiterung der Standardimpfung gegen Masern für alle nach 1970 geborene Personen über 18 Jahre mit unklarem oder unzureichendem Impfschutz vorgenommen hat.

Um den Erreger wirksam einzudämmen, damit er nicht mehr zirkulieren kann, müssen 95 Prozent der Bevölkerung einen sicheren Schutz besitzen. Zu Schulbeginn 2009 waren in Nordrhein-Westfalen erst 92,6 Prozent der Kinder vollständig gegen Masern geimpft, hatten also auch eine zweite Impfung. Wer bislang noch gar nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurde, sollte sich also impfen lassen. „Diese Empfehlung gilt auch, wenn der Impf- oder Immunitätsschutz nicht bekannt oder der Impfausweis abhandengekommen ist“, betont Dr. Mugrauer.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Impfungen, die in der Schutzimpfungsrichtlinie als Kassenleistung aufgeführt werden. Dr. Mugrauer: „Jede Arztkonsultation kann dazu genutzt werden, um den Impfausweis vorzulegen, den persönlichen Impfschutz zu hinterfragen und fehlende Impfungen nachzuholen. Dies gilt insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, die in den Sommerferien an Ferienfreizeiten teilnehmen. Personen mit fehlendem oder nicht ausreichendem Immunitätsschutz sind infektionsgefährdet und werden zum Krankheitsüberträger der Infektion.

Für Rückfragen zum Thema Masernimpfung steht das Gesundheitsamt des Kreises Soest unter der Telefonnummer 02921 30-2156 zur Verfügung.

Quelle: Pressestelle Kreis Soest