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Bonn. Am Donnerstag [12. Juni 2014] ist die Fußball-WM in Brasilien gestartet. Sommerliche Temperaturen, tolle Spiele und nette Gesellschaft – da fehlt nur noch die richtige Nervennahrung. Was liegt näher, als die Freiluftsaison zu starten und Würstchen, Kottelets und andere leckere Dinge auf den Grill zu legen?

Auch ohne Fußball-WM verbrauchen die Deutschen Jahr für Jahr in jeder Grillsaison um die 225.000 Tonnen Holzkohle. Davon stammen aber nur etwa zwei Prozent aus heimischer Erzeugung. Ein Großteil der Holzkohle wird importiert. Polen ist dabei mit rund 62.000 Tonnen im vergangenen Jahr der größte Lieferant gewesen. Daneben stammt die Holzkohle aber überwiegend aus Schwellen- und Entwicklungsländern wie Paraguay und Nigeria. Sie folgen mit etwa 40.000 und 27.000 Tonnen auf den beiden nächsten Plätzen.

Das offizielle Logo des Projekts "Waldkulturerbe". Foto/Grafik: (c) Projektbüro Waldkulturerbe

Das offizielle Logo des Projekts „Waldkulturerbe“. Foto/Grafik: (c) Projektbüro Waldkulturerbe

Importierte Holzprodukte unbekannter Herkunft können aus illegalem Holzeinschlag und Raubbau stammen. Weltweit werden hierdurch sowie durch Naturkatastrophen und Brandrodungen jedes Jahr rund 13 Millionen Hektar Wald zerstört; das ist mehr als die gesamte Waldfläche Deutschlands. Betroffen sind insbesondere boreale und tropische Wälder, was für das Klima der Erde prekär ist. Wie ein aktueller Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) zeigt, schrumpft gerade im Gastgeberland Brasilien, in Indonesien und in Nigeria die Waldfläche und damit die Anzahl der Baumarten weltweit im dramatischen Ausmaße.

Beim Einkauf auf Siegel achten

Um bedrohte Wälder zu schützen, sollten Verbraucher daher beim Einkauf genau hinsehen und zu Holzprodukten aus zertifizierten, nachhaltigen Forstbetrieben greifen. Dies gilt für Holzkohle ebenso wie für Möbel, Spielzeug, Musikinstrumente, Parkettböden oder andere Holzerzeugnisse. Wer beim Einkaufen über Produktionsbedingungen oder Herkunft von Produkten Bescheid wissen möchte, orientiert sich am besten an Siegeln. Sie machen es möglich, Produkte schnell und unkompliziert einzuordnen.

Auch für Holz und Holzprodukte wurden Siegel entwickelt, mit deren Hilfe sich nachhaltige Hölzer sofort erkennen lassen. Am weitesten verbreitet und weltweit gültig sind das PEFC- (Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen) und das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council). In Deutschland wird Holzkohle vor allem aus Buchenholz hergestellt. Es zeichnet sich durch eine gute Glutentwicklung sowie einen hohen Heizwert aus, bei gleichzeitig sehr geringer Bildung von Funken. Die Buche ist übrigens die häufigste Laubbaumart hierzulande.

Das Waldkulturerbe ist die Informationsplattform zur Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Alles Wissenswerte rund um den deutschen Wald, nachhaltige Forstwirtschaft sowie Informations- und Lehrmaterialien für Multiplikatoren finden man unter: www.waldkulturerbe.de.

Quelle: Projektbüro Waldkulturerbe