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Bestwig. Für die gemeindlichen Planungen zu einer möglichen Windkraft-Nutzung in der Gemeinde Bestwig hat der Gemeinderat ein weiteres Kriterium beschlossen: Zum Qualitätsweg „Bestwiger Panoramaweg“ sollen mögliche Windräder einen Vorsorgeabstand von 300 Metern einhalten müssen. Allerdings: Im weiteren Verlauf des Verfahrens, um den gemeindlichen Flächennutzungsplan zu ändern, kann es an diesem Kriterium noch Veränderungen geben.

Hintergrund: Der Regionalrat hat beschlossen, in seinem eigenen Entwurf für einen Sachlichen Teilplan „Energie“ attraktive Panorama-Wanderwege vor einer Beeinträchtigung durch massive Ansiedlungen von Windrädern zu schützen. Auch in Nachbarkommunen werden bedeutsame touristische Bereiche geschützt. Der Bestwiger Panoramaweg sei ein Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde Bestwig, argumentiert Jörg Stralka, Leiter des Bau- und Umweltamtes: „Merkmal sind vor allem zahlreiche Aussichtspunkte in das Gemeindegebiet hinein.“ Er könne jedoch nicht ausschließen, dass der Bestwiger Panoramaweg auch zukünftig aus touristischer Sicht abschnittsweise verlegt wird, zumal in diesem Jahr die Zertifizierung „Qualitätsweg wanderbares Deutschland“ ausläuft und verlängert werden soll. Eine Wegeverlegung habe auch Auswirkungen auf die Anwendung des Abstand-Kriteriums im Planverfahren.

Allerdings: Auch dieses neue Kriterium ändert nichts an der Tatsache, dass am Ende der gemeindliche Flächennutzungsplan „substanziell Raum“ für die Windkraft-Nutzung enthalten muss. Deshalb hatte die Gemeindeverwaltung vorgeschlagen, den Vorsorgeabstand zum Panoramaweg zunächst nur mit dem Mindestwert von 300 Metern anzusetzen. „Denn durch die artenschutzfachliche Prüfung werden sich voraussichtlich noch weitere Flächenreduzierungen ergeben“, so Jörg Stralka.

Ob denn mit einem solchen Vorsorgeabstand der Panoramaweg Chancen auf eine Neuzertifizierung habe, erkundigte sich Ratsmitglied Paul-Theo Sommer (SPD). Diese Frage sei so nicht zu beantworten, da es neben der „Nachbarschaft“ zu Windkraftanlagen noch zahlreiche andere Kriterien für die Zertifizierung gebe, so Jörg Stralka: „Ein Faktor allein entscheidet das nicht.“ Der planerische Vorsorgeabstand ändere erst einmal nichts, sondern beurteilt werde die konkrete Situation vor Ort. Er stellte zum Zertifizierungsverfahren klar: „Der Bestwiger Bestand an Windkraftanlagen ändert sich in diesem Jahr auf jeden Fall nicht.

Bei einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat einstimmig, bei den weiteren Windkraft-Planungen zunächst einen Vorsorgeabstand von 300 Metern zum Panoramaweg anzulegen. Paul-Theo Sommer: „Wenn es im Verfahren andere Erkenntnisse gibt, können wir immer noch zu einer anderen Entscheidung kommen.

Quelle: Gemeinde Bestwig