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Bestwig. Für die Fortführung des Verfahrens in Sachen Windkraft hat sich der Rat der Gemeinde Bestwig in seiner Sitzung am Mittwoch [20. September 2017] entschieden. Einstimmig sprach man sich für eine so genannte zweite Zwischenabwägung zusätzlicher und geänderter weicher Tabukriterien zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Bestwig aus. Nunmehr soll auf dieser Grundlage ein Entwurf für weitere Windvorrangflächen erarbeitet werden.

Andreas Kämpfer-Lauenstein vom Büro Lederer beantwortete Fragen zu Artenschutz-Gutachten und –Recht. Er machte noch einmal deutlich, dass die Vogelarten Schwarzstorch, Rotmilan, Wespenbussard und Baumfalke in der Planung dringend im Wege einer Flächenreduzierung berücksichtigt werden sollen: Ziel sind nun 300-Meter-Schutzzonen um die bekannten Horststandorte, beim Schwarzstorch zusätzlich ein 300 Meter Breiter Flugkorridor zwischen Horst und Hauptnahrungsgebieten. Konsequenz ist eine Reduzierung der möglichen Windkonzentrationszonen Kahler Kopf, Ostenberg, Berlar-Heimberg, Twillmecke und Valme.

Michael Ahn, Städteplaner vom Planungsbüro Wolters Partner aus Coesfeld und Berater der Gemeinde Bestwig, stellte den aktuellen Verfahrensstand und die aktuelle rechtliche Situation zur Windkraftproblematik vor und erläuterte die Abwägungsvorschläge. Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder als Ziel die „Freihaltung markanter Höhenzüge“: Betroffen davon sind die Kuppen von Bastenberg und Dörnberg. Dadurch werde der Eingriff ins Landschaftsbild merklich reduziert.

Als Konzentrationszonen ausgeschlossen werden sollen auch die Einzugsgebiete der Trinkwassergewinnungsanlagen im Bereich Twillmecke und Valme. Als so genanntes weiches Tabukriterium soll ein einheitlicher Vorsorgepuffer zu Naturschutzgebieten von 100 Metern berücksichtigt werden, was die Windkraftflächen erhöht.

Möglichst im Dezember soll über den Entwurf beraten werden und im Frühjahr 2018 die öffentliche Auslage erfolgen.

Quelle: Gemeinde Bestwig