Print Friendly, PDF & Email

Bestwig. Erst Zeitzeugen machen Geschichte „begreifbar“ – und das im wahrsten Sinn des Wortes. 230 „Zeitzeugen“ aus längst vergangener Bergbau-Geschichte der Region gibt es neu im Sauerländer Besucherbergwerk (SBW) in Ramsbeck. Der Förderverein des Besucherbergwerks überreichte Bürgermeister Ralf Péus und Museumsleiter Florian Franken jetzt eine Sammlung aus 230 historischen Werkzeugen, Geräten und bergmännischer Ausrüstung – „das ist Regionalgeschichte in geballter Ladung“, freut sich Florian Franken.

Zeitzeugnisse der Bergbau-Geschichte im Sauerland: Mitglieder des Fördervereins, Museumsleiter Florian Franken und Bürgermeister Ralf Péus mit der neuen Sammlung Andreas Brüggentisch, die der Förderverein jetzt an das Sauerländer Besucherbergwerk übergeben hat.Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Zeitzeugnisse der Bergbau-Geschichte im Sauerland: Mitglieder des Fördervereins, Museumsleiter Florian Franken und Bürgermeister Ralf Péus mit der neuen Sammlung Andreas Brüggentisch, die der Förderverein jetzt an das Sauerländer Besucherbergwerk übergeben hat.
Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Die Gegenstände sollen künftig im Bergbaumuseum zu sehen sein. „Der Wert dieser Sammlung liegt darin, dass man einen ganz direkten Eindruck von der Arbeit des Bergmanns bekommen kann“, so Alfred Braun, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Das historische „Gezähe“ – so der bergbauliche Begriff für die Ausrüstungsgegenstände – stammt aus der Sammlung von Andreas Brüggentisch aus Sundern. Der bergbau-begeisterte Hobby-Sammler hatte die Gegenstände aus dem gesamten Sauerland zusammengetragen. Im Jahr 1994 kam Andreas Brüggentisch im Alter von nur 27 Jahren bei einem Unfall ums Leben. Nun hat der Förderverein seinen bergbaulichen Nachlass von Brüggentischs Mutter erworben. Ihr sei es wichtig gewesen, so Alfred Braun, dass die Sammlung in das „richtige Umfeld“ komme – „und wir freuen uns, dass dies das Sauerländer Besucherbergwerk ist.“

Mit den Exponaten wird Bergbaugeschichte aus dem kompletten Sauerland lebendig. Viele Stücke stammen aus Ramsbeck selbst – so etwa vom Willibaldstollen II, der Grube Grimhold in Valme oder vom Bastenberg. Aber auch das Eisenerzfeld Wildewiese, die Bleierzgrube „Churfürst Ernst“ in Bönkhausen, der Briloner Eisenberg und Lagerstätten im südlichen Sauerland sind vertreten. Die Gegenstände seien mitunter 250 Jahre alt, so Bergbauingenieur Peter Penkert, der bereits zusammen mit seiner Frau Gabi die Mineraliensammlung des Besucherbergwerks neu gestaltet hat. Über einen Zeitraum von rund 500 Jahren habe man mit solchen Werkzeugen Bergbau betrieben – „erst Sprengstoff und Dampfmaschine waren der nächste große Schritt“.

Gerade die Zeugnisse aus dem Arbeitsalltag des Bergmanns machten den historischen Wert der Sammlung aus, betont auch Alfred Braun. So plane der Förderverein, in diesem Jahr eine „Pochhütte“ nachzubauen, in dem in früheren Jahrhunderten Kinder und Jugendliche das Erzgestein zerkleinert haben. „Wenn man dann mal so einen Hammer in der Hand hält, spürt man erst, was das für eine harte Arbeit gewesen sein muss“, so Alfred Braun.

Museumsleiter Florian Franken freut sich über die Unterstützung durch den Förderverein für das Sauerländer Besucherbergwerk: „Es ist toll, wie unkompliziert die Zusammenarbeit ist.“ Gemeinsam sei dem Team des Besucherbergwerks und den Mitgliedern des Fördervereins die Begeisterung für die Bergbau-Geschichte der Region. Und Bürgermeister Ralf Péus stellt fest, dass gemeinsam bereits eine Menge erreicht worden sei: „Es ist ihr Verdienst, dass der Bergbau in Ramsbeck wieder allgegenwärtig ist – und mit ihm ein Stück Heimatgeschichte.“

Quelle: Gemeinde Bestwig