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Bestwig. Der Ruhr „ein Stück Natur“ zurückgeben – das will die Gemeinde Bestwig mit der naturnahen Umgestaltung des heimischen Flusslaufes zwischen der Wehranlage östlich der Kardinal-Hengsbach-Brücke sowie der „Holzbrücke“. Dafür gibt es jetzt auch tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung: Die Aktiven des Angelsportvereins (ASV) Velmede haben den Flussabschnitt mit jungen Bachforellen besetzt.

Damit möchten wir die Renaturierung der Ruhr unterstützen“, sagt Michael Stratmannn vom Angelsportverein. In dem umgestalteten Flussabschnitt finden die ein Jahr alten Bachforellen nun deutlich verbesserte Lebensbedingungen. „Der Fisch hat ganz andere Möglichkeiten, sich zu verstecken“, weiß Michael Stratmann – gerade für „eher scheue“ Fische wie Forellen eine wichtige Voraussetzung für ihren Lebensraum unter Wasser.

Insgesamt rund 2800 junge Forellen haben die Angelsportler in den vergangenen Wochen in die Ruhr – und damit in die Freiheit – entlassen. Ausgesetzt wurden die Tiere im gesamten Bereich zwischen dem Lokschuppengelände in Bestwig sowie der Gepke in Velmede. „Die Fische suchen sich ihren Lebensraum“, erklärt Michael Stratmann. Aufgezogen wurden die Jungtiere in der örtlichen Bachforellenzucht „Ruhrtalforelle“, die sich auf Zucht mit heimischen Laichfischen spezialisiert hat. „Wenn die Jungtiere ihren genetischen Ursprung in der Region haben, ist es die beste Voraussetzung, damit sie den Lebensbedingungen hier optimal angepasst sind“, betont Michael Stratmann.

Aktiv für die Renaturierung der Ruhr: Friedhelm Koch (li.), Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig, und Michael Stratmann vom ASV Velmede, setzten die letzten der rund 2800 jungen Bachforellen in der Ruhr aus. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Aktiv für die Renaturierung der Ruhr: Friedhelm Koch (li.), Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig, und Michael Stratmann vom ASV Velmede, setzten die letzten der rund 2800 jungen Bachforellen in der Ruhr aus. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Die letzten der Jungforellen wurden jetzt gemeinsam von den Aktiven des Angelsport-vereins und von Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig, Abschnitt „Hinter Hegershof“ in Velmede in die Ruhr gesetzt. „Es ist eine tolle Sache, dass ein Verein so etwas unternimmt“, freute sich Friedhelm Koch. Die Aktion des ASV Velmede unterstütze die Bemühungen der Gemeinde Bestwig, die Wasser- und Lebensqualität an der Ruhr weiter zu verbessern. Das nutze der Natur und dem Menschen gleichermaßen, so Friedhelm Koch. Die Ruhr werde als Wander- und Erholungsbereich in direkter Nachbar-schaft zum RuhrtalRadweg weiter aufgewertet: „Wir wollen Natur hier für die Leute sichtbar machen.“ Zudem dient die Maßnahme der Gewässerreinhaltung und dem Artenschutz, weil die Ruhr nun für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet werde. Damit erfüllt die Gemeinde Bestwig auch einen gesetzlichen Auftrag: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie“ verpflichtet die öffentliche Hand dazu, die Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln.

Die Gesamtkosten für die Renaturierung des Flussabschnitts zwischen Kardinal-Hengsbach- und „Holzbrücke“ betragen – mit der Gestaltung des Flussumfeldes – rund 256.000 Euro. 205.120 Euro stammen aus Landesmitteln; der Eigenanteil der Gemeinde Bestwig wird in Form von so genannten „Ökopunkten“ gutgeschrieben, die dringend benötigt werden, um andere Baumaßnahmen umsetzen zu können. „Insofern ist diese Renaturierung für die Gemeinde Bestwig – wie auch die anderen bereits fertig gestellten Projekte – kostenneutral“, so Umwelt-Ingenieur Koch. Mehr und mehr werde die Ruhr so von der Ortsgrenze bei Wehrstapel bis hin zur Alfert auf dem Gebiet der Gemeinde Bestwig zu einem „Gesamt-Lebensraum“: „Die Aktion des ASV Velmede ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu diesem Ziel.

Quelle: Gemeinde Bestwig