Print Friendly, PDF & Email

Bestwig. Sowohl die Betroffenen in der Bestwiger Kommunalpolitik wie auch in der Gemeindeverwaltung ärgern sich: Ein privater Investor errichtet an der Bundesstraße in Bestwig im Bereich eines „Schnäppchen-Marktes“ zurzeit eine freistehende großformatige Werbetafel – gegen den Willen der Gemeinde Bestwig. Der Investor hatte bereits vor längerem gegen die Ablehnung seines Bauantrags geklagt – und Recht bekommen. Der Hochsauerlandkreis musste daher die Baugenehmigung erteilen. Zu verhindern gewesen sei die monströse Tafel deshalb nicht, so das Fazit im Bürger- und Rathaus Bestwig.

Eine Verschandelung unseres Ortsbilds“, so das Urteil von Bürgermeister Ralf Péus. 5,31 Meter insgesamt soll – laut Bauantrag – der so genannte „Werbepylon“ hoch sein, der an der B 7 unweit der Einmündung zur Grimmestraße entsteht. Allein die beidseitig beleuchtete Werbefläche würde dann 3,51 Meter in der Breite sowie 2,47 Meter in der Höhe messen.

Im August 2010 hatte der Investor seinen Bauantrag beim Hochsauerlandkreis eingereicht. Die Kreisverwaltung hatte daraufhin eine Stellungnahme der Gemeinde Bestwig angefordert – und die fiel deutlich aus. „Sowohl aus Gründen der Ortsgestaltung wie auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit haben wir diese Tafel an dieser Stelle klar abgelehnt“, argumentiert Jörg Stralka, Leiter des Bestwiger Bau- und Umweltamtes. Der Hochsauerlandkreis lehnte den Bauantrag daraufhin ab – der Investor zog vor Gericht.

Im Gerichtsverfahren lehnte auch die Kreispolizeibehörde des HSK das Vorhaben in zwei Stellungnahmen ab. Begründung: Die Tafel lenke Autofahrer ab – und das könne bei der unmittelbaren Nähe zur Einmündung der Grimmestraße gefährlich werden. Trotzdem: Da es bereits zahlreiche andere Werbeflächen in Bestwig gebe, urteilte das Verwaltungsgericht Arnsberg, dass der Hochsauerlandkreis die Baugenehmigung erteilen muss. Dieses Urteil hat die Kreisverwaltung umgesetzt.

Es sei bedauerlich, dass dieses Projekt nicht zu verhindern gewesen sei, obwohl man sich in aller Deutlichkeit dagegen ausgesprochen habe, fasst Bürgermeister Ralf Péus zusammen: „Was bleibt da eigentlich noch von unserer kommunalen Planungshoheit übrig?“ Im Bürger- und Rathaus setzt man nun darauf, dass die Werbetafel ein Einzelfall bleiben wird. Zwar gebe es rechtlich keine garantierte Handhabe, vergleichbare Vorhaben zu verhindern, so Ralf Péus. Wenn allerdings die Grundstücksbesitzer entlang der Bundesstraße keine Flächen für unerwünschte Werbe-Tafeln zur Verfügung stellen würden, hätten auch künftige Vorhaben keine Chance. Bürgermeister Péus: „Hier kann jeder Einzelne einen Beitrag für unser Ortsbild leisten.“ Auch die die Gemeinde Bestwig selbst werde keine Flächen hierfür zur Verfügung stellen.

Quelle: Gemeinde Bestwig