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Bestwig. Hat die Gemeinde Bestwig in nur einem halben Jahr rund 200 Einwohner verloren? – Die neuesten Zahlen des Landesamtes Information und Technik NRW (IT.NRW) legen diesen Verdacht nahe: Danach sank die Bevölker-ungszahl an Ruhr Valme und Elpe von 11.446 zum Jahresende 2012 auf 11.249 am 30. Juni 2013. Allerdings: Die starke Veränderung in der Bevölkerungszahl hat vor allem einen Grund – den Zu- und Wegzug von Saisonarbeitern.

Im Bürgeramt der Gemeinde Bestwig sieht man die neuen Zahlen von IT.NRW deshalb gelassen: „Es ist jedes Jahr so, dass die Bevölkerungszahl zum Stichtag 30. Juni sinkt – und zum 31. Dezember dann wieder ebenso stark ansteigt“, weiß Mitarbeiter Georg Funke. Hintergrund: Mehrere Weihnachtsbaumbetriebe in der Gemeinde Bestwig beschäftigen Saisonarbeiter, die vorwiegend in der zweiten Jahreshälfte ihre Arbeit antreten. „Und weil viele dieser Saisonkräfte dann nach dem 1. Januar wieder abge- meldet werden, taucht der Rückgang erst zum Stichtag 30. Juni in der Statistik auf“, erläutert Georg Funke. Die meisten der Saisonkräfte stammen aus Nachbarstaaten in der EU – „das heißt, dass sie in Deutschland arbeiten dürfen, aber für die Dauer dieses Arbeitsverhältnisses vor Ort angemeldet sein müssen.

Vergleicht man nicht Halbjahres- und Dezemberzahlen miteinander, sondern „saison-bereinigt“ nur die Zahlen zum Jahresende, sieht die Entwicklung in der Gemeinde Bestwig etwas anders aus: „Dann liegen wir mit einem langsamen Rückgang im Schnitt unserer Nachbarkommunen“, erklärt Georg Funke. So bewegte sich seit dem Jahr 2008 der jährliche Rückgang der Bevölkerungszahl zwischen rund 50 und 100 Personen. Auch die Gemeinde Bestwig könne sich vom demographischen Wandel im Sauerland nicht abkoppeln: „Die Bevölkerungszahlen gehen allmählich zurück – die Zahl der Geburten sinkt, der Altersschnitt verschiebt sich nach oben.

Da man sich dem demographischen Wandel nicht entziehen könne, sei es Aufgabe von Politik und Verwaltung, die Entwicklung bestmöglich zu gestalten, betont auch Bürgermeister Ralf Péus: „Ziel muss es sein, attraktive Lebensbedingungen für alle Generationen in Bestwig zu schaffen.“ Zum Beispiel sei die Weiterentwicklung von Real- und Hauptschule zu einem Teilstandort der Sekundarschule ein Beitrag dazu, zeitge- mäße Bildungsangebote vorzuhalten. Ein breites Spektrum an Handels- und Wirt- schaftsbetrieben sowie zahlreiche Freizeitmöglichkeiten sind weitere Pluspunkte für Wohnen und Arbeit an Ruhr, Valme und Elpe.

Besonders weist das Gemeindeoberhaupt auf das Familienförderprogramm hin: Beim Kauf eines Wohnbaugrundstücks in der Gemeinde Bestwig gibt es – je nach Anzahl der Kinder – in bestimmten Bereichen bis zu 100 Quadratmeter Grundstücksfläche „geschenkt“ oder einen Nachlass von bis zu 25 Prozent des Kaufpreises. Bürgermeister Ralf Péus rechnet vor, dass sich besonders die Kombination der beiden Programme für junge Familien auszahlt. So würde zum Beispiel ein 700 Quadratmeter großes Grundstück im Wohngebiet „Westfeld“ statt 33.320 Euro nur noch 25.085,20 Euro kosten – eine Ersparnis von „satten“ 8.234,80 Euro. Ralf Péus: „Gerade mit Blick auf den demographischen Wandel ist es wichtig, attraktive Bedingungen hier vor Ort für Familien zu schaffen.

Quelle: Gemeinde Bestwig