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Bestwig/Olsberg. Ein gewaltiger, wie ein Staubsauger wirkender Vorbau, Schläuche, eine Gasflasche und der Handantrieb – ein bisschen sieht das wuchtige Gerät so aus, als könnte es dem „Raumschiff Enterprise“ der 1960-er Jahre entsprungen sein.

Allerdings geht es bei dem „Ungetüm“ keineswegs um fremde Welten, sondern um saubere Plätze und Bürgersteige in der Gemeinde Bestwig und der Stadt Olsberg: Die Baubetriebshöfe der beiden Kommunen testen in diesem Jahr gemeinsam ein neues Gerät, um kommunale Pflaster-Flächen frei von Wildkräutern zu halten.

Das Besondere des „UKB 650“: Er arbeitet mit einem Heißluftgebläse, das Temperaturen von bis zu 800 Grad erzeugt. „Die heiße Luft zerstört das Eiweiß in den Pflanzen und tötet somit die Kräuter ab“, erläutert Bernd Pape, Leiter des Bau- betriebshofes der Stadt Olsberg, das Grundprinzip: „Das verhindert ein schnelles Nachwachsen.“ „Es ist ein alternatives Mittel, um das Problem mit Wildkräutern in den Griff zu kriegen“, ergänzt sein Bestwiger Kollege Thomas Müller.

Da wächst kein Gras mehr: Werner Hoppe, Mitarbeiter des Bestwiger Bauhofs, bekämpft mit dem „UKB 650“ Gras und Wildkräuter auf dem Bestwiger Rathausplatz. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig/Stadt Olsberg

Da wächst kein Gras mehr: Werner Hoppe, Mitarbeiter des Bestwiger Bauhofs, bekämpft mit dem „UKB 650“ Gras und Wildkräuter auf dem Bestwiger Rathausplatz.
Bildnachweis: Gemeinde Bestwig/Stadt Olsberg

Aus Sicht der beiden Fachleute vereint das neue Gerät gleich mehrere Vorteile: „Es kommt ohne offene Flamme aus – deswegen gibt es keine Brandgefahr“, so Thomas Müller. Im vergangenen Jahr, weiß Bernd Pape, habe der Olsberger Baubetriebshof ein System getestet, das mit heißem Wasser arbeitete. Zum einen, so Bernd Pape, habe man „nur“ Temperaturen bis 100 Grad erreicht – „und zum anderen war das Gerät deutlich energieaufwändiger.“ Beim „UKB 650“, so gibt der Hersteller an, können mit zehn bis 20 Kilogramm Gas bis zu 2.000 Quadratmeter Fläche bearbeitet werden – Bernd Pape: „Das ist sehr effizient.“ Und es erfüllt eine weitere Voraussetzung, so Thomas Müller: „Wir kommen auf befestigten und versiegelten Flächen mit diesem Gerät ohne Chemie aus.

Wichtig sei aber auch die Wirksamkeit. „Unkraut jäten“ von Hand sei nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch kaum effektiv, weiß Thomas Müller: „Die Wurzeln bleiben in der Erde, die Kräuter wachsen schnell nach.“ Und auch mit Geräten, die die Wildkräuter mechanisch bearbeiten, habe man keine guten Erfahrungen gemacht: „Die entfernen zwar die Kräuter, hinterlassen aber auch Schäden am Pflaster.

Eingesetzt werden kann der „UKB 650“ auf Pflaster- und Kiesflächen, Gehwegen, Parkplätzen, an Borsteinkanten oder auch in Parkanlagen und auf Friedhöfen. Bis zu 2000 Quadratmeter pro Stunde können die Mitarbeiter der beiden Baubetriebshöfe so bearbeiten. „Drei bis sechs Anwendungen pro Jahr sind notwendig, um eine langfristige Wirkung zu erzielen“, weiß Bernd Pape. Schon jetzt sei aber festzustellen, dass das Gerät in der Handhabung sehr leicht und einfach einzusetzen sei.

Bis zum Ende der „Grünpflegesaison“ wollen die beiden Kommunen das neue Gerät nun testen. Anschließend soll eine Entscheidung fallen, ob der „UKB 650“ endgültig angeschafft wird. Auch den Kauf wollen die Stadt Olsberg und die Gemeinde Bestwig in diesem Fall gemeinsam schultern. „Hier ist die Interkommunale Zusammenarbeit eine absolut sinnvolle Sache“, meint Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, und das Olsberger Stadtoberhaupt Wolfgang Fischer ergänzt: „Wenn wir die Kosten teilen, erhöht das die Wirtschaftlichkeit.

Quelle: Gemeinde Bestwig