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Bestwig / Nuttlar. Das Thema ist ein „Dauerbrenner“: Die Schließzeiten an den beiden Nuttlarer Bahnübergängen führen zu langen Wartezeiten für den Straßenverkehr. Zumindest für den Bahnübergang Kirchstraße-West könnte es jetzt aber eine (Teil-)Lösung geben: Eine Bedarfs-Ampel auf der B7, die den Autoverkehr stoppen kann, um den Bahnübergang schneller räumen zu können.

In der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses sprachen sich sowohl CDU- wie auch SPD-Fraktion für dieses – „kleine Lösung“ genannte – Modell aus. Der Vorschlag ist Ergebnis von Gesprächen der Gemeindeverwaltung mit der DB Netz AG und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Positiver Nebeneffekt: Wenn der Fahrdienstleiter der Bahn im Bestwiger Bahnhof die Möglichkeit bekommt, per Ampelanlage den Bahnübergang räumen zu können, kann der Übergang auch zwischen zwei Zügen geöffnet werden – mit positiven Folgen für die Verkehrsflüsse auf der Kirchstraße und der B7.

Denn durch die neuen Bahnlinien nach Brilon, Korbach / Frankenberg und den geplanten Stundentakt nach Winterberg ist die Zahl der Züge an dieser Stelle deutlich angestiegen. Zu bestimmten Zeiten werden deshalb die Schranken zwischen zwei Zügen gar nicht mehr geöffnet – bis zu 32 Minuten pro Stunde in Summe können die Schließzeiten in Nuttlar künftig betragen. Ein großes Problem sei es dabei, den Bahnübergang zu räumen, wenn die Schranken geschlossen werden müssen: Immer wieder stehen Pkw – trotz des Verbots, dann überhaupt auf einen Bahnübergang zu fahren – auf den Gleisen, wenn der Verkehr aus der Kirchstraße nicht auf der B7 „einfädeln“ kann. Insbesondere für Linksabbieger gibt es an dieser Stelle Probleme.

In solchen Situationen könnte der Fahrdienstleister dann die Ampel betätigen, um den Verkehr auf der B7 für rund 15 Sekunden zu stoppen. Dies würde zwar den Verkehrsfluss auf der Bundesstraße hemmen – durch die Perspektive, den Übergang auch zwischen zwei Zügen öffnen zu können und die Verbesserung der Gesamtsituation würde dieser Nachteil aber mehr als wettgemacht, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Rund 60.000 Euro soll die Ampelanlage kosten – je ein Drittel würde dabei von Straßen.NRW und der DB Netz AG übernommen. Schon im kommenden Jahr soll das Projekt umgesetzt werden. Nunmehr soll die Gemeinde eine entsprechende Detailplanung veranlassen.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder aber auch, dass ebenfalls am Bahnübergang Kirchstraße-Ost Verbesserungen notwendig seien. Hier erwarte man „die schnellstmögliche Umsetzung einer großen Lösung“, so Ausschussvorsitzender Martin Bracht (CDU). Straßen.NRW hat für ein notwendiges Planfeststellungsverfahren zum Kreuzungsumbau positive Signale gesetzt.

Quelle: Gemeinde Bestwig