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Bestwig. Auch, wenn sie sich – naturgemäß – nicht direkt „im Blickfeld“ der Menschen befindet: Eine funktionierende Abwasserbeseitigung ist sowohl für die Bürgerinnen und Bürger wie auch für die Umwelt ein wichtiger Teil der Infrastruktur vor Ort. Und sie ist mit Kosten verbunden: Nachdem in der Gemeinde Bestwig die Gebühren für die Beseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser seit 2008 stabil geblieben sind, sollen sie zum kommenden Jahr angepasst werden.

Das jedenfalls schlägt der Betriebsausschuss für das Abwasserwerk der Gemeinde Bestwig dem Gemeinderat vor. Hintergrund: In den vergangenen Jahren sind im Bestwiger Abwasserwerk immer wieder Verluste aufgelaufen – „auch deshalb, weil im Sinne der Gebührenzahler die Abwassergebühren seit dem Jahr 2008 nicht mehr erhöht wurden“, wie Ulrich Bathen (SPD), Vorsitzender des Betriebsausschusses für das Abwasserwerk, erläuterte. So betrug der Jahresverlust im Jahr 2015 rund 56.000 Euro; für das Jahr 2016 wird ein Fehlbetrag von rund 78.000 Euro prognostiziert. Bislang konnten diese Verluste durch so genannte „Gewinnvorträge“ noch aufgefangen werden – spätestens Ende des Jahres 2017 wären aber auch diese aufgebraucht.

Die Betriebsleitung des Abwasserwerks schlägt deshalb vor, die Gebührensätze ab dem 01. Januar 2017 moderat anzupassen – und zwar „unterm Strich“ für alle Gebührenbestandteile um 8,5 Prozent. Konkret würde damit für die am weitesten verbreitete Zählergröße in Privathaushalten (Q 3=4, früher als Qn 2,5 bezeichnet) die Schmutzwassergrundgebühr von derzeit 88,80 Euro auf dann 117,60 Euro steigen; pro Kubikmeter Schmutzwasser würden für Normaleinleiter ab dem Jahreswechsel drei Euro (bislang 2,78 Euro) fällig. Die Niederschlagswassergebühr soll – ebenfalls für Normaleinleiter – pro Jahr statt bislang 60 Cent pro Quadratmeter abflusswirksamer Grundstücksfläche dann 63 Cent betragen.

Da in der Abwasserbeseitigung die Fixkosten einen sehr hohen Anteil ausmachen, sei es richtig, dies in den Grundgebühren für das Schmutzwasser abzubilden, die ebenfalls ein fester Bestandteil in der Kostenberechnung sind – so der Vorschlag der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW). Das heimische Kommunalunternehmen ist Betriebsführerin des Bestwiger Abwasserwerkes.

Diese Werte fanden auch die einhellige Zustimmung der Mitglieder im Betriebsausschuss für das Abwasserwerk. Es sei „immer bitter, wenn Gebühren erhöht werden müssen“, argumentierte Martin Bracht (CDU). Allerdings könne man auf eine lange Phase der Gebührenstabilität zurückblicken, in der auch die Kosten für die Abwasserbeseitigung gestiegen seien. Nun habe man die realistische Perspektive, „dass für fünf bis sechs Jahre wieder Konstanz in die Gebühren kommt.

Eine endgültige Entscheidung über die Abwassergebühren muss nun der Bestwiger Gemeinderat treffen. Er tagt am Mittwoch [23. November 2016] um 17 Uhr im Großen Bürgersaal des Bestwiger Bürger- und Rathauses. Die Sitzung ist öffentlich.

Quelle: Gemeinde Bestwig