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Bestwig. Es ist Milimeterarbeit mit einem riesigen „Etwas“, das aus der Ferne wie ein überdimensionales „Bauklötzchen“ aussieht: Ganz sachte hebt ein Spezialkran den wuchtigen Quader in die nicht minder wuchtige Baugrube, die sich zurzeit in der Fahrbahn der L 776 zwischen Bestwig und Heringhausen befindet. Ein erster „Meilenstein“ der Arbeiten für die Entwässerung des neuen Wohn- und Gewerbegebietes „Wiebusch“ ist geschafft.

Absturzschacht

Absturzschacht

Das „Bauklötzchen“ aus Beton – sechs Meter hoch, jeweils zwei Meter lang und breit – ist ein so genannter „Absturzschacht“ – und damit ein wichtiger Bestandteil des Entwässerungssystems am Wohn- und Gewerbegebiet, wie Dipl.-Ing. Markus Rüthing von der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) erklärt. Die HSW ist Betriebsführerin des Abwasserwerks der Gemeinde Bestwig. Aufgabe des Absturzschachtes: Er „bremst“ das Niederschlagswasser aus dem Wohn- und Gewerbegebiet, das über neue Regenwasserkanäle in die Valme geführt wird.

Der Schacht übernimmt dabei die Funktion eines Höhenausgleichs und der Energieumwandlung, erläutert Markus Rüthing: „Das Niederschlagswasser kommt über den Regenwasserkanal an, stürzt in die Tiefe und kann anschließend vergleichsweise sanft in die Valme abfließen.“ Der Schacht nimmt dem Wasser quasi „den Schwung“, so der Fachmann: „Ansonsten würde es regelrecht in die Valme ,schießen‘.“ Rund 300 Liter pro Sekunde, so die Berechnungen, wird die normale Einleitungsmenge an dieser Stelle sein, sobald das Wohn- und Gewerbegebiet komplett bebaut ist. In Ausnahmefällen – etwa bei Starkregenereignissen – können es aber auch bis zu 1000 Litern pro Sekunde sein. Deshalb muss der Absturzschacht „robust“ sein – Markus Rüthing: „Wenn eine Tonne Wasser im Schacht umgelenkt werden muss, wirken enorme Kräfte.“

Insgesamt an zwei weiteren Stellen werden in den kommenden Wochen solche Absturzschächte in der Böschung der L 776 zum Baugebiet eingebaut – wenn auch in etwas kleinerer Ausführung. Markus Rüthing: „Angesichts des massiven Gesteins ist das baulich eine anspruchsvolle Aufgabe.“ Dennoch: Die Arbeiten liegen im Zeitplan. „Ziel ist es, dass die L 776 so schnell wie möglich wieder für den Verkehr zur Verfügung stehen kann“, ergänzt Jörg Stralka, Leiter des Bau- und Umweltamtes der Gemeinde Bestwig. Voraussichtlich ab Ende Juli kann die Sperrung an dieser Stelle wieder aufgehoben werden.

Die Gemeinde Bestwig weist deshalb auf die Ausweichstrecken hin: Aus westlicher Richtung steht für den Autoverkehr die Strecke über Wehrstapel, Halbeswig, Berlar und Ramsbeck zur Verfügung; aus östlicher Richtung führt die Umleitung über Ostwig, Gevelinghausen, Andreasberg und Ramsbeck. Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht unter 7,5 Tonnen können auch die direkte Verbindung über die K 16 zwischen Ostwig und Heringhausen nutzen. Über diese Strecke, die so genannte „Steh“, können Kunden auch die örtlichen Geschäfte in Heringhausen und Ramsbeck auf kurzem Weg erreichen. Bürgermeister Ralf Péus bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Einschränkungen, die sich nicht vermeiden lassen: „Hier wird an einem Projekt gearbeitet, in dessen Folge neue Arbeitsplätze und Wohnflächen in Bestwig entstehen werden. Deshalb ist es ein echter Zukunftsfaktor.“

Quelle: Gemeinde Bestwig