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Arnsberg: Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Denn bei einem Herzinfarkt werden Teile des Herzmuskels auf Grund des Verschlusses eines Herzkranzgefäßes nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und sterben ab. Je schneller es gelingt den Verschluss zu beseitigen, desto kleiner sind die Schädigungen des Herzmuskels. Um Betroffene künftig schneller in einem Herzkatheterlabor behandeln zu können, setzt man in der Region nun auf Vernetzung und modernste Technik.

Dr. med. Dietmar Wetzchewald, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Intensivmedizin, stellte das Projekt nun im Klinikum Arnsberg, Standort Karolinen-Hospital, der Öffentlichkeit vor. „Im Rahmen eines Telemetrieprojektes wurden zwei Rettungswagen der Arnsberger Feuerwehr mit modernster Übertragungstechnik ausgestattet. Diese ermöglicht es uns, wichtige Vitaldaten, wie 12 Kanal EKG, Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung mittels einer gesicherten Internetverbindung direkt aus dem Rettungswagen zum diensthabenden Kardiologen in der Klinik zu übertragen. Um die Übertragung zu aktivieren, genügt ein Druck auf den Senden-Knopf“ so Dr. Wetzchewald.

(von links nach rechts): Fr. Dr. Heidrun Schwager, Michael Steinberg (im Hintergrund), Dr. Dietmar Wetzchewald, Dr. Martin Bredendiek (im Hintergrund), Dr. Dirk Böse, PD. Dr. Frank Breuckmann, Werner Kemper. Foto: Klinikum Arnsberg GbmH

(von links nach rechts): Fr. Dr. Heidrun Schwager, Michael Steinberg (im Hintergrund), Dr. Dietmar Wetzchewald, Dr. Martin Bredendiek (im Hintergrund), Dr. Dirk Böse, PD. Dr. Frank Breuckmann, Werner Kemper. Foto: Klinikum Arnsberg GbmH

Dr. med. Dirk Böse, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Klinikum Arnsberg, Standort Karolinen Hospital, ergänzt: “In der Klinik erscheinen die Daten dann auf dem eigens dafür vorgesehenen iPad des diensthabenden Kardiologen. Dieser erhält so ein Bild vom Zustand des Patienten im Rettungswagen, kann in Zweifelsfällen beurteilen ob ein Herzinfarkt vorliegt, die präklinische Notfallversorgung ggf. mit dem Rettungsteam abstimmen und im Bedarfsfall die Abläufe der Klinik in Gang setzen. Beim Eintreffen des Patienten in der Klinik sind dann schon wichtige Vorbereitungen getroffen und die Behandlung im Herzkatheterlabor kann schneller beginnen.“ Dr. Wetzchewald betonte: „Dies ist ein Pilotprojekt. Ich kenne im gesamten HSK kein System, was Vergleichbares leistet. Wenn sich das System bewährt, ist es denkbar, dies auf weitere Bereiche, wie die Versorgung von Schlaganfallpatienten oder Mehrfachverletzten, auszuweiten.

Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung Klinikum Arnsberg, stellte klar: „Gerade in einem Flächenkreis wie dem HSK ist die Verzahnung der präklinischen Notfallversorgung mit der Versorgung im Krankenhaus besonders wichtig. In den Städten des benachbarten Ruhgebietes sind die Versorgungswege deutlich kürzer als in unserer Region. Zudem haben in der näheren Umgebung die Klinikstandorte in der Vergangenheit spürbar abgenommen, die Anfahrtswege aus bestimmten Gebieten sind dadurch länger geworden. Umso wichtiger ist es, auch die der stationären Behandlung vorgelagerten Prozesse zu optimieren, um so die Zeit bis zum Beginn der Behandlung zu verkürzen.

Quelle: Klinikum Arnsberg GmbH