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Arnsberg. Martin und Ute S. wissen nicht mehr weiter. Noch vor ein paar Monaten schien ihre Welt in Ordnung zu sein: Ihr erwachsener Sohn Andreas wohnte in der Nachbarschaft und hatte ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Heute ist Andreas nicht mehr da. Auch Maria M. war bis vor Kurzem noch stolze Oma von zwei Jungs im Kindergartenalter, den Kindern ihres eigenen Sohnes, die sie regelmäßig besucht haben. Seit einigen Wochen bleibt die Schaukel im Garten leer.

Sowohl Maria M. als auch Martin und Ute S. kommen mit dem Verlust des Kindes bzw. der Enkelkinder nur schwer zurecht, dabei ist niemand gestorben. Andreas S. hat – scheinbar grundlos – von heute auf morgen den Kontakt zu seinen Eltern abge- brochen; der Sohn von Maria M. und seine Frau haben sich getrennt, die Schwieger-tochter verbietet den Umgang der Oma mit den Enkelkindern.

Wenn erwachsene Söhne und Töchter den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen oder der Kontakt zu Enkelkindern nicht mehr gewollt ist, ist für die Betroffenen nichts mehr so wie vorher. Vielen Eltern und Großeltern geht es genau so und es bleibt nur die Frage nach dem Warum. Dieser scheinbar sinnlose Verlust geliebter Menschen kann zu einer Krise führen, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.

Helfen kann hier der Austausch mit Gleichbetroffenen. Aus diesem Grunde soll jetzt im Hochsauerlandkreis ein/e Selbsthilfegruppe / Gesprächskreis für Verlassene Eltern und Großeltern gegründet werden. Ziel der Gruppe ist es, in vertrauensvollen Gesprächen ohne Schuldzuweisungen einen neutralen Austausch zwischen den Betroffenen zu ermöglichen. Angedacht sind monatliche Treffen in den frühen Abendstunden (die Örtlichkeit wird je nach Bedarf ausgewählt).

Wer Interesse an diesem Gesprächskreis hat und sich gerne mit Gleichbetroffenen austauschen möchte wendet sich bitte bis zum 11. März 2013 an die AKIS im HSK (Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Hochsauer-landkreis), unter Tel. 02931 9638-105 oder per E-Mail an selbsthilfe@arnsberg.de.

Quelle: Stadt Arnsberg