Print Friendly, PDF & Email

Arnsberg. Arnsberg bietet mit seinen ausgedehnten Waldflächen und den vielen Landschaftsgrünflächen ideale Voraussetzungen für die nachhaltige energetische Nutzung von Holz. Dabei spielt die organisierte Sammlung und Aufbereitung dieser regionalen Stoffströme eine wesentliche Rolle und bietet die Chance, neue Arbeitsplätze in den Bereichen Sammlung, Aufbereitung und Vertrieb zu schaffen.

Um diese Potenziale und Chancen für Arnsberg zu untersuchen, wurde eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie wurde mit Mitteln aus dem Landesprogramm progres.nrw zu 70 % kofinanziert, da die Erkenntnisse der Untersuchung über Arnsberg hinaus Aussagekraft besitzen. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden heute von Professor Dr. Stefan K. Pelz (Hochschule Rottenburg) im Rahmen der offiziellen Übergabe der Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Die Kernaussage der Studie von Prof. Dr. Pelz kann schnell auf den Punkt gebracht werden: Arnsberg hat das Potenzial für den wirtschaftlichen Betrieb eines entsprechenden Bioenergiezentrums. Sowohl die nachhaltige Bereitstellung biogener Festbrennstoffe als auch ihre energetische Nutzung sind im Stadtgebiet und darüber hinaus dauerhaft möglich, ohne dass starke Konkurrenzen zu anderen holzverarbeitenden Industrien geschaffen werden. Die biogenen Stoffe kommen dabei aus den Bereichen Wald, Landschaftspflege und Straßenbegleitpflege und von holzbearbeitenden Betrieben.

Ein wichtiger Aspekt der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Stadt Arnsberg, den Stadtwerken, den technischen Diensten und dem Caritas-Verband Arnsberg-Sundern erstellt worden ist, war die Berücksichtigung arbeitsmarktpolitischer Möglichkeiten einer solchen Einrichtung. Auch hier können entsprechende positive Auswirkungen festgestellt werden, wobei besonders die Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen möglich ist und ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. In Zusammenarbeit mit dem Caritas-Verband wurde das Potential der Arbeitskräfte von Menschen mit Behinderung betrachtet, welches deutlich über den real zugänglichen Stellen liegt.

v.l.n.r.: Holger Stockhaus (Mitarbeiter Prof. Dr. Pelz), Prof. Dr. Stefan Pelz (Hochschule Rottenburg), Ulrich Kosik (Job-Center Stadt Arnsberg), Sebastian Witte (Klimamanager Stadt Arnsberg), Karlheinz Weißer (Geschäftsführer Stadtwerke Arnsberg), Thomas Kellermann (Caritas Arnsberg-Sundern), Marc Padberg (Geschäftsbereichsleiter Energieservice der Stadtwerke Arnsberg). Foto: Stadt Arnsberg

v.l.n.r.: Holger Stockhaus (Mitarbeiter Prof. Dr. Pelz), Prof. Dr. Stefan Pelz (Hochschule Rottenburg), Ulrich Kosik (Job-Center Stadt Arnsberg), Sebastian Witte (Klimamanager Stadt Arnsberg), Karlheinz Weißer (Geschäftsführer Stadtwerke Arnsberg), Thomas Kellermann (Caritas Arnsberg-Sundern), Marc Padberg (Geschäftsbereichsleiter Energieservice der Stadtwerke Arnsberg). Foto: Stadt Arnsberg

Für die Stadt Arnsberg sind die Ergebnisse der Studie ein wichtiger Baustein, der auch bereits im Klimaschutzkonzept konkret formuliert wurde, zur Erreichung der Klimaschutz- ziele und einer nachhaltigen CO2-Reduktion in Arnsberg.

Zusammenfassend kann folgendes festgestellt werden:

Es existieren sehr hohe Rohstoffpotenziale im regionalen Umfeld von Arnsberg. Besonders die bisher nicht erschöpfend erschlossenen Quellen Landschaftspflegeholz und Grünschnitt bietet hier ein großes Potenzial. Das systematische Durchdringen des bisher praktizierten Pflegemanagements mit den zuständigen Akteuren (z.B. Kommunen, Straßenverwaltungen und Naturschutzverbände) ist jedoch Voraussetzung für die langfristige Erschließung dieser Rohstoffquellen. Ein weiterer positiver Aspekt in der Rohstoffversorgung stellen die zahlreichen Unternehmen der Sägeindustrie dar.

Es sind zahlreiche Akteure im Energieholzbereich (Quelle & Verbraucher) tätig, die in einem professionellen Netzwerk die erfolgreiche Entwicklung des Bioenergiezentrums unterstützen können.

Der Absatzmarkt im lokalen und regionalen Einzugsgebiet ist sehr entwicklungsfähig v.a. hinsichtlich neuer Holzenergieanlagen (Kommunen: Heizwerke, Endverbraucher: neue und zu sanierende Einzelfeuerstätten). Insbesondere die Anlagendichte im kommunalen Kontext ist relativ gering. Hier besteht ein erhebliches Wachstumspotenzial für Heizwerke auf Holzbasis. Bei den Kleinfeuerungsanlagen ist in den kommenden Jahren mit einer hohen Sanierungs- bzw. Ersatzaktivität der Konsumenten zu rechnen, da viele Anlagen zukünftig den gesetzlichen Vorgaben nicht mehr entsprechen werden.

Der Charakter eines Integrationsbetriebs, dass heißt die Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderungen, stellt ein positives Alleinstellungsmerkmal der Studie für Arnsberg dar. Hochmotivierte Mitarbeiter in den verschiedenen Einrichtungen der Caritas belegen die gesellschaftlich gewinnbringende Bedeutung entsprechender Integrationsunternehmen.

Mit dem Stadtwerken Arnsberg als Mitinitiatoren des Projekts ist ein starker Partner für einen nachhaltig erfolgreichen Vertrieb von Bioenergie beteiligt. Das städtische Unternehmen strebt ein starkes Wachstum in der regenerativen Energieerzeugung an.

Der Stadt Arnsberg weist für einen Bioenergiestandort ideale Merkmale auf. Sowohl die Rohstoffquellen als auch die Absatzmöglichkeiten für biogene Brennstoffe liegen an dieser Schnittstelle zwischen stärker verdichteten und eher ländlichen Räumen in wirtschaftlich sehr günstiger Nähe. Dies wiegt vor dem Hintergrund der hohen Kostensensitivität biogener Rohstoffe schwer.

Quelle: Stadt Arnsberg