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Arnsberg / Rosheim. Zu ihrer jährlichen gemeinsamen Tagung trafen sich die beiden Vorstände des französischen (AFS) und deutschen Franz-Stock-Komitees (FSK) in der Benediktinerinnenabtei Abbaye La Paix Saint-Benoit vom 20. bis 23. November 2016 in Rosheim.

Dieser Ort war deshalb gewählt, weil die Nähe zu Straßburg es ermöglichte, nicht nur eine Sitzung des Europäischen Parlaments zu besuchen, sondern besonders um durch Gespräche mit einflussreichen Personen dieser für alle Bürger Europas wichtigen Institution unser gemeinsames Anliegen, das Wirken von Franz Stock auch für unsere Zeit weiterleben zu lassen, durch bestimmte konkrete Maßnahmen zu fördern.

Die Vorstände der beiden Komitees mit Freunden aus Straßburg im Europaparlament. Foto: © Franz-Stock-Komitee (FSK)

Die Vorstände der beiden Komitees mit Freunden aus Straßburg im Europaparlament. Foto: © Franz-Stock-Komitee (FSK)

Dabei ging es um vier Dinge:

  • Benennung eines Raumes oder eines Gebäudes der europäischen Einrichtungen nach Franz Stock;
  • das ‚Stacheldrahtseminar’ in Le Coudray (Chartres) als “Europäischer Gedächtnisort” zu bezeichnen;
  • dieses einzubeziehen in das Programm „Bürger für Europa“, das mit einer gewissen finanziellen Unterstützung verbunden ist und
  • der Bitte, auch einen Raum im „Haus der Europäischen Geschichte“, das 2017 in Brüssel eröffnet werden wird, nach Franz Stock zu benennen.

Alle drei Gesprächspartner, unter ihnen der hiesige Abgeordneter Dr. Peter Liese, zeigten sich den Bitten gegenüber sehr aufgeschlossen. Sie gaben gute Ratschläge, um erfolgreich weitere Personen anzusprechen und weitere Wege zu verfolgen, und versprachen, sich für das Anliegen und für das Wirken von Franz Stock weiter einzusetzen.

Am vorhergehenden Sonntagabend stand die Information über den Stand der Herausgabe eines Buches im Mittelpunkt. Dieses Buch enthält:

  • den Text des Tagebuches von Franz Stock mit wissenschaftlicher Begleitung; das heißt u.a., dass alle dort Genannten erklärt werden;
  • die Abschlussrede von Franz Stock zur Schließung des ‚Stacheldrahtseminars’ April 1947;
  • seine Aufzeichnungen als Kriegsgefangener der Amerikaner in Cherbourg;
  • seine noch angefangene Geschichte des Seminars;
  • einen Anhang mit Erläuterungen zum Verständnis und
  • ein wissenschaftliches Vorwort von Prof. em. Etienne Francois, der an der Sorbonne in Paris und in Berlin als Leiter des Marc Bloch Instituts gelehrt hat.

Dieses Buch soll in einer französischen und in einer deutschen Fassung 2017 erscheinen.

Bevor es nach Straßburg ging, standen am Montagmorgen die Planungen für das Programm anlässlich der Schließung des ‚Stacheldrahtseminars’ vor 70 Jahren am 05. Juni 1947:

  • Feierliche Messe in der Kapelle des ‚Stacheldrahtseminars’; Hauptzelebrant wird der für die französische Armee zuständige Bischof sein, die eine eigne Diözese bildet. Auch das damalige ‚Stacheldrahtseminar’ und damit seine Leiter, Franz Stock, gehörten dazu.
  • Abends Konzert im ‚Stacheldrahtseminar’, u.a. mit dem Chor der französischen Armee

Neben vielen Vertretern aus dem politischen und kirchlichen Raum werden ehemalige Seminaristen und jetzige Seminaristen (aus den Diözesen Paderborn und Freiburg und aus Frankreich) eingeladen werden. Für Letztere wird es vorgeschaltet ein Programm ‚Auf den Spuren von Franz Stock’ in Paris geben.

Stephane Chmelewsky (Präsident der AFS) überreicht den Erinnerungsgegenstand an Pfarrer Stefan Jung (Vorsizender des FSK) und Thomas Bertram. Foto: © Franz-Stock-Komitee (FSK)

Stephane Chmelewsky (Präsident der AFS) überreicht den Erinnerungsgegenstand an Pfarrer Stefan Jung (Vorsizender des FSK) und Thomas Bertram. Foto: © Franz-Stock-Komitee (FSK)

Anschließend wurde das Programm der Fahrt des FSK vom 26. Juni 2017 bis 02. Juli 2017 auf den Spuren von Franz Stock nach Paris und Chartres und die Weiterfahrt über Le Mans, Umgebung Avranches und Amiens vorgestellt. Die Mitglieder der AFS boten sich selbstverständlich an, die erbetene Mithilfe in Paris und Chartres zu organisieren.

Der Dienstagmorgen wurde bestimmt von diversen Themen. Besonders wichtig war dabei die Überreichung eines Erinnerungsgegenstandes für die geplante Dauerausstellung im Sauerland-Museum. Das Vertrauen, das viele zum Tode Verurteilte zu Franz Stock hatten, zeigt sich u. a. darin, dass sie ihn gebeten hatten, ihre letzten persönlichen Gegenstände an ihre Angehörigen weiterzugeben.

Nicht alle hat er weitergeben können, da Informationen fehlten. Darunter befand sich auch ein Caritas Gebetbuch, das er einem deutschsprachigen Charles Viktor Gilles zur Vorbereitung auf dessen Erschießung gegeben hatte. Auf der Innenseite befindet sich folgender Eintrag: „ ERINNERUNG AN KARL Viktor, GESTORBEN DEN 30.Oktober 1942 15.30 Nachmittags. Karl (als Unterschrift). Dieses Gebetbuch wird demnächst im Sauerland-Museum als ein Zeichen für das Wirken und die Wirkung von Franz Stock zu sehen sein.

Mehr Informationen unter www.franz-stock.de.

Quelle: Thomas Bertram / Franz-Stock-Komitee