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Arnsberg. Menschen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen müssen, stehen meist unter einer großen Belastung. Gerade wenn sich die Pflege über den ganzen Tag hinweg erstreckt, ist es schwer, eigene Termine wahrzunehmen oder die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Für alle, die sich in solchen Situationen auch nicht auf Familie oder hilfsbereite Nachbarn verlassen können, gibt es jetzt ein Angebot, das Hilfe verspricht: Den SOS-Dienst für pflegende Angehörige.

Die Idee zu dem Projekt hat die seniorTrainerin Marlies Höing entwickelt. Das Prinzip: Menschen, die ihre Lieben zu Hause pflegen, können sich bei der Geschäftsstelle Engagementförderung melden. Hier erhalten sie für Notfälle kurzfristige und kostenlose Unterstützung.

Doch was sind Notfälle? Das können ein dringender Arztbesuch, Einkäufe, Behördengänge oder andere wichtige Verpflichtungen sein. Die ehrenamtlichen BetreuerInnen kommen auch zum Ein-satz, wenn die Angehörigen einfach nur den Wunsch haben, ein paar Stunden aufzuatmen und zu entspannen. Mit Beginn des Projektes konnten gleich fünf Pflegebegleiter gewonnen werden. Mit den Erfahrungen, die sie im privaten oder beruflichen Umfeld gesammelt haben, haben sie ein Gespür für die Bedürfnisse der zu Betreuenden entwickelt.

Derzeit können die ehrenamtlichen Pflegebegleiter bereits in fünf Familien ihre Hilfen anbringen, in denen teilweise Monate lang Termine verschoben werden mussten, weil eine Betreuung fehlte. Das Projekt möchte künftig weiteren Angehörigen die Möglichkeit geben, auf die Hilfen zu zugreifen.

Daher werden weitere Menschen gesucht, die sich vorstellen können, in dem Projekt mitzuarbeiten. Eine pflegerische Erfahrung ist nicht Vorraussetzung, da die Pflegebegleiter keine professionellen Pflegedienste ersetzen sollen. Einfühlungsvermögen und Offenheit für die Probleme von Ange-hörigen und die Betreuten sollten jedoch gegeben sein.

Familien, die auf den SOS-Dienst zugreifen möchten, erstellen über die Geschäftsstelle Engage-mentförderung einen Kontakt zur Projektleiterin Frau Marlies Höing. Nachdem der Kontakt zwischen Unterstützungssuchenden und einem geeignetem Pflegebegleiter hergestellt wurde und die Sympathie auf beiden Seiten stimmt, wird dieser der Familie zugeordnet. Somit wird sichergestellt, dass sich die im Notfall eingesetzten Ehrenamtlichen zu einer vertrauensvollen Unterstützung entwickeln können. Ein wichtiger Hinweis: Die Hilfe ist nicht dauerhaft angelegt und ersetzt keine professionelle Betreuung.

Quelle: Stadt Arnsberg