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Arnsberg. Dass bei einer Vergewaltigung oder bei einer anderen Gewaltausübung keine Spurensicherung durch Krankenhausärzte erfolgt wie in Köln, ist in der Stadt Arnsberg unmöglich. Auf Initiative des Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“ arbeitet im Marienhospital und im Karolinen-Hospital eine Gewaltambulanz, die, wenn gewünscht, auch Anonymität garantiert. Dies teilte jetzt Bürgermeister Hans-Josef Vogel mit.

Dem Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ gehören an: „Frauen helfen Frauen“, Staatsanwaltschaft und Familiengericht, Polizei und Opferorganisation „Weißer Ring“, Klinikum Arnsberg, Jugendamt und Integrationsbüro der Stadt Arnsberg und andere. Dr. Norbert Peters, Chefarzt der Frauenklinik im Klinikum Arnsberg, Standort Karolinen-Hospital, erläuterte das konkrete Verfahren: „Opfer mutmaßlicher sexueller Gewalt können in der Frauenklinik des Karolinen-Hospitals rund um die Uhr kompetente Hilfe erhalten. Wendet sich eine Patientin ohne vorherigen Polizeikontakt an uns, machen wir das Angebot, die Polizei einzuschalten. Alternativ wird aber auch eine anonyme Spurensicherung angeboten, die es ermöglicht, zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige zu erstatten. In diesem Fall sind die Ärztinnen und Ärzte an die Schweigepflicht gebunden, es besteht keine Anzeigepflicht.“

Neben der Diagnostik, Dokumentation und Therapie eventueller Verletzungen gehört auch die Spurensicherung zur frauenärztlichen Untersuchung. Zu diesem Zweck ist es günstig, wenn das Opfer möglichst in Originalkleidung erscheint, auch wenn viele Patientinnen nach der Tat ein dringendes Bedürfnis verspüren, zu duschen und die Kleidung zu wechseln.

Eine zeitnahe Untersuchung ist besonders dann geboten, wenn der Verdacht auf die Verwendung von so genannter „K.O.-Tropfen“ besteht. Der Nachweis des Wirkstoffes (GHB, Gamma-Hydroxy-Buttersäure) ist im Blut nur für 6 bis 8 und im Urin nur für ca. 12 Stunden möglich.

Quelle: Stadt Arnsberg